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Leverkusen: Sternstunde des Jazz: Corea und McLaughlin und die „Five Peace Band”

Leverkusen : Sternstunde des Jazz: Corea und McLaughlin und die „Five Peace Band”

Chick Corea und John McLaughlin haben bei den 29. Leverkusener Jazztagen eine Sternstunde des Jazz geschaffen.

Bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt nach fast 40 Jahren in Deutschland mit der hochkarätigen „Five Peace Band” glänzten sie am Donnerstagabend mit virtuosem wie pulsierenden Jazzrock. Seit Miles Davis „Bitches Brew”-Album, das als eines der wegweisendsten der Jazz-Geschichte gilt, haben der Keyboarder und Pianist Corea und der Gitarrist McLaughlin nicht mehr zusammen auf der Bühne gestanden.

Angefangen hatte alles mit „In A Silent Way”, dem Titelsong der ersten gemeinsamen Platte mit dem legendären Miles Davis, das der in diesem Jahr gestorbene Jazz-Innovator Joe Zawinul komponierte. Das Duo Corea und McLaughlin wählten dieses ruhige, intime Stück, in dem wenige Noten viel Platz zur Entfaltung haben, als Hommage an die Miles-Ära und an Zawinul. Dabei spielten die beiden auf Keyboard und E-Gitarre, elektronische Instrumente, die sie in den 60er Jahren im Jazz erst salonfähig machten.

In Leverkusen knüpften Corea und McLaughlin, die in ihrer All-Star-Band mit dem Saxofonisten Kenny Garrett, Christian McBride am Bass und dem Schlagzeuger Vinnie Colaiuta Partner auf Augenhöhe an ihrer Seite hatten, nicht nur an die alten Tage an. Spürbar war die Weiterentwicklung, die beide Musiker auf ihren unterschiedlichen Wegen genommen haben. Die Band „Return to Forever” des 67-jährigen Corea und die vom ein Jahr jüngere McLaughlin gegründeten „The Mahavishnu Orchestra” gehörten zu den bedeutendsten Gruppen des sogenannten Fusion-Stils - jener Richtung, der Jazz mit Rock, Funk oder Weltmusik verbindet.

In Leverkusen glänzten sie als Meister dieser Fusion, aber auch als unbestrittene Könner ihrer Instrumente. Raffinierte Kompositionen von Corea, McLaughlin oder David Leans „Dr. Jekyll” wurden intelligent mit den Soli verknüpft. Dabei standen Garrett, McBride oder der die Band zu musikalischen Höhenflügen antreibende Colaiuta an den Drums den beiden Legenden um nichts nach.

Am Ende des fast dreistündigen Konzerts vor einem restlos begeistertem Publikum im ausverkauften Leverkusener Forum spürte man, wie plötzlich der Funke ungebändigter Spiellust das perfekte Miteinander von Corea, McLaughlin und Co. zu einem besonderen Erlebnis machte. „Ich habe ein neues deutsches Wort gelernt: Vergnügen”, sagte McLaughlin.