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Aachen: Stephan Sulke und Manfred Leuchter in Aachen

Aachen : Stephan Sulke und Manfred Leuchter in Aachen

Es war ein Abend der Wahrheit. Wer den Liedermacher Stephan Sulke und den Aachener Akkordeonisten und Komponisten Manfred Leuchter in besonderer Atmosphäre erleben wollte, musste Durchhaltevermögen und ungebremste Freude an guten Typen, guten Texten und guter Musik beweisen - und dem gewittrigem Regen trotzen.

Von den Besuchern im Quadrum des Kreuzgangs im Aachener Dom, die zur Veranstaltung im Rahmen der Reihe „across the boarders” geduldig Schlange gestanden hatten, flüchtete jedenfalls niemand.

Sulke, der seinen Part mit dem rührenden „Du lieber Gott, komm doch mal runter” begann (und dafür glatt ein Donnergrollen erntete), ging von Anfang an herzlich auf sein Publikum zu.

Mit einem Mix aus neuen und vertrauten Liedern („Uschi” durfte nicht fehlen) bewies er einmal mehr, wie gut es ihm gelingt, eigene Befindlichkeiten in eine Sprache umzusetzen, die alle verstehen und mögen.

Naschen und lecker essen, ohne zuzunehmen, die Sprachlosigkeit angesichts einer Liebe, die nur einseitig ist, und die fassungslose, einsame Trauer, wenn uns ein Freund verlässt - Gedanken, die Sulke in schönen neuen Titeln umgesetzt hat und Anfang 2009 auf einer neuen CD dokumentieren wird.

Musikalisch klang es ein wenig südamerikanisch, dann wieder swingend, und unvermeidlich kam auch der wohlig-melancholische Blues zu seinem Recht.

Schön die Zusammenarbeit mit Manfred Leuchter. Frische Arrangements ließen altbekannte Titel aufblühen, und in mehreren Soloaugenblicken zeigte der einmal mehr seine Virtuosität.

Ein gelungener Abend mit zwei Künstlern, die sich in ihrer Sehnsucht, ihren wehmütigen Erinnerungen und der Kunst, die sie daraus schöpfen, erstaunlich nah gekommen sind.