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Düsseldorf: Staubige Liebe zu drei Orangen

Düsseldorf : Staubige Liebe zu drei Orangen

Zwischen Kinderoper und Erwachsenenspaß schwankt die vom „Gran Teatro La Fenice di Venezia” nach Düsseldorf importierte Inszenierung von Sergej Prokofjews Oper „Die Liebe zu den drei Orangen”, die am Wochenende in der Deutschen Oper am Rhein Premiere hatte.

Zwar konnten sich alle Beteiligten uneingeschränkten Beifalls erfreuen, doch verlöschte er bald, ohne dass er sich zur Jubelorgie steigerte.

Der Schweizer Benno Besson hatte die Koproduktion mit dem italienischen Künstlerpaar Ezio und Patricia Toffolutti, die auch für Bühnenbild und Kostüme verantwortlich waren, auf Rheinoper-Maß geschneidert und aufpoliert.

Herausgekommen ist eine streckenweise herrlich kunterbunte Szenerie im Stil der Comedia dell arte. Der Zuschauer kann das Zaubermärchen vom hypochondrischen Prinzen, der erst zum Lachen gebracht werden muss, ehe er endlich erwachsen wird, zunächst sehr vergnüglich finden.

Doch später, wenn der Thronfolger endlich die geliebte Prinzessin aus einer von drei verwunschenen Orangen schält und sich der Intrigen des Hofes zu erwehren hat, haben sich die Gags mit ihren hexenhaften Erscheinungen aus Ober- und Unterbühne doch ziemlich abgenutzt.

Dazu wirkt die Szenerie oftmals angestaubt, lässt die Regie Hintergründiges ebenso vermissen wie Deutungen, die nicht nur kindliche Gemüter zufrieden stellen.

Zu den unter dem amerikanischen Dirigenten Ira Levin wacker musizierenden Düsseldorfer Symphonikern gesellten sich bemerkenswerte solistische Leistungen unter den 16 Einzelpartien.

Ausgezeichnet auch die unter der Leitung von Gerhard Michalski aufgespaltenen Chorgruppen, die weithin das Theater im Theater und die farbenfrohen Kulissen bevölkerten.