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Aachen: Starke „Miss Sara” in den Kammerspielen

Aachen : Starke „Miss Sara” in den Kammerspielen

Mit dem Bürgerlichen Trauerspiel „Miss Sara Sampson” vollendet das Theater Aachen nach „Emilia Galotti” und „Minna von Barnhelm” die weibliche Trilogie von Gotthold Ephraim Lessing.

Die Dreiecksgeschichte um die tugendhafte Sara, den erfahrenen Mellefont und dessen Ex-Geliebte Marwood feiert am Freitag, 23. Mai, 20 Uhr in den Kammerspielen Premiere.

Obwohl Lessings Drama, das 1755 in Frankfurt/Oder uraufgeführt wurde, fast 250 Jahre alt ist, hat Regisseurin Lydia Bunk aktuelle Bezüge entdeckt. Und so spielt sich das Drama im Hier und Jetzt ab.

Schauplatz ist ein Hotel. Auf einer Leinwand flimmert die Berlinale. Mellefont ist ein Filmregisseur, der die Machtkämpfe zwischen den beiden Schauspielerinnen Sara und Marwood für seine Arbeit benutzt.

Bewusst hat Bunk die Handlung in die Filmwelt transportiert, „um Schein und Sein darzustellen. Außerdem ist das Kino ein Ort der starken Emotionalität.”

Bei den Charakteren hat Bunk stärker die psychologische Seite herausgearbeitet. Während Sara bei Lessing noch schwach ist, steht sie Marwood nun als starke Frau gegenüber. Bunk: „Anstatt Arabella, Marwoods Tochter in die Opferrolle zu drängen, geht sie härter aus dem Scheidungskrieg ihrer Eltern hervor.”