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Starke Lobby für die Umwelt

Starke Lobby für die Umwelt

Aachen (an-o) - Vertreter verschiedener regionaler Natur- und Umweltschutz-Initiativen trafen sich jetzt zu einem Workshop an der RWTH. Sie wollen ihre Arbeit vernetzen und dadurch effektiver machen.

"Ich sitze hier, damit meine Enkel auch in Zukunft noch Käfer finden können", brachte eine Aachener Bürgerin das "1. Orientierungsgespräch über ein Netzwerk für Nachhaltigkeit und Umweltkommunikation" auf einen kurzen Nenner.

Etwa 40 Vertreter von Umwelt- und Naturschutzverbänden und interessierte Bürger waren der Einladung des Umwelt-Forums der RWTH (UwF), der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NW (LNU) und der Interessengemeinschaft Biologischer Umweltschutz (IBU) gefolgt, um gemeinsam zu einer starken Lobby für die Umwelt zu werden. "Leider haben wirtschaftliche und andere Probleme momentan die Sorge um den Umweltschutz nach hinten geschoben", bedauerte Gisela Nacken, Umweltdezernentin der Stadt Aachen, in ihrer Begrüßungsansprache. "Die Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln ist im Umwelt- und Naturschutz immer noch zu groß."

Für Naturschutz begeistern

Dass nach dem Gipfel von Rio 1992 Forderungen nach Ressourcen- und Energie-Effizienz, Reduktion der Treibhausgase und Erhaltung der Artenvielfalt etwas aus dem öffentlichen Blick geraten sind, beklagte auch der Sprecher des UwF, Prof. Peter Doetsch. Er forderte den erneuten Anstoß zum gemeinsamen Dialog und Handeln zwischen den einzelnen im Umweltschutz tätigen Initiativen.

Der Workshop bot Gelegenheit, gute Ideen, aber auch Sorgen gleich an Ort und Stelle auszutauschen: Von den Klagen der Imker-Vereinigung wegen des fehlenden Nachwuchses, über Anregungen zur Zusammenarbeit mit den Nachbarländern bis zum Angebot der RWTH, Partner für die verschiedenen Umwelt-Initiativen zu werden. Neue Projekte wie das "Freilandlabor Wasser", das demnächst hinter dem Aachener Klinikum entsteht, können dazu beitragen, alle Altersgruppen vom Kindergartenkind bis zum Senior verstärkt wieder für den Naturschutz zu begeistern.

Nach dem ersten Austausch soll der Dialog der einzelnen Umweltverbände und engagierter Bürger fortgesetzt werden, plant der Sprecher des IBU, Dr. Karl Josef Strank. Durch eine verstärkte, auch grenzüberschreitende Vernetzung will man gemeinsam effektiver für Mensch und Umwelt arbeiten können.