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Aachen: Stahlkolloquium ist alles andere als gusseisern

Aachen : Stahlkolloquium ist alles andere als gusseisern

Das Wort Innovation ist schwer in Mode. Auch bei Professor Rainer Kopp, Leiter des Insti- tuts für Bildsame Formgebung (IBF) an der RWTH Aachen. „Deutschland braucht Visionen und Innovationen. Und zwar ganz dringend. Wenn wir nicht aufpassen, laufen wir Gefahr, den Anschluss an andere Nationen zu verlieren. Die Situation ist dramatisch”, sagt Kopp.

Um Visionen und innovative Lösungen geht es denn auch seit gestern und noch bis heute im Aachener Eurogress, wo sich rund 400 Vertreter aus Industrie und Wissenschaft zum 19. Aachener Stahlkolloquium (ASK) treffen. „Immer hört man, Deutschland sei Technik feindlich. Neue Untersuchungen belegen das Gegenteil. Und wir wollen den Beweis antreten, wie spannend Technik auf hohem Niveau sein kann. Bei uns heißt es nicht nur Lust for Life’, sondern Lust for Technik’.”

Ultra-Leichtbau

Die Veranstaltung im Eurogress umfasst Vorträge, Vorführungen und eine Fachausstellung, in der Industrieunternehmen, Verbände sowie das IBF und das Institut für Eisenhüttenkunde (IEHK) Informationen und Produkte zu Themen des 19. ASK und zum Technologietransfer präsentieren werden. „Neue Metall-Bauweisen für den Ultra-Leichtbau erfordern zunehmend dünneres Bandmaterial, das mit neuen Umformprozessen produziert wird. Dünnband aus Stahl, Aluminium und Magnesium sind wichtige Basisprodukte für die Weiterverarbeitung”, so Kopp zu den Entwicklungen.

Die Herstellung solcher dünnen Bänder stelle eine Herausforderung für die An- lagenbauer und Betreiber dar. Ähn- liches gelte für die wirtschaftliche Herstellung von Profilen und Form- teilen durch innovative Schmiede- und Walzverfahren.

Virtuelle Vorwegnahme

Eine immer wichtigere Rolle - ob bei der Umformung von Stahl oder der Herstellung von Produktionsmaschinen - spielt die virtuelle Vorwegnahme des Entstehungsprozesses und des Ergebnisses am Computer. Kopp: „Dank der enormen Leistungssteigerung moderner Rechner und Software wird die maßgeschneiderte Umformtechnik immer mehr Realität. Im Vorfeld der Einrichtung einer komplexen Anlage lässt sich die Kundenanforderung in einer virtuellen Umgebung immer realitätsnäher darstellen und Schritt für Schritt auch mit höherwertigen Funktionen versehen.”