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Aachen: Spitzen-Examen nach nur sechs Semestern

Aachen : Spitzen-Examen nach nur sechs Semestern

Wenn Christina Heupts ihren Werdegang erzählt, klingt das alles ganz selbstverständlich. Als sie sich 2000 um einen Platz im Magisterstudiengang Kommunikationswissenschaften bemühte, der ein Jahr zuvor an der RWTH eingerichtet worden war, kam die Zusage erst im Nachrückverfahren.

Die Abiturientin aus Korschenbroich bei Mönchengladbach lag mit ihrem Zeugnisdurchschnitt von 1,8 leicht über der geforderten Numerus-Clausus Marke. Das war aber auch schon das einzige Hindernis.

Nach sechs Semestern schloss sie ihr Studium mit dem Hauptfach Kommunikationswissenschaften und den Nebenfächern Psychologie und Volkswirtschaftslehre in diesem Frühjahr ab. Vorgesehen ist für den Magisterabschluss eine Regelstudienzeit von neun Semestern.

Christina Heupts ist aber nicht nur schnell. Heute wird sie zusammen mit 131 anderen Absolventen mit der Springorum-Denkmünze ausgezeichnet. Diese von den Freunden und Förderern der RWTH initiierte Ehrung findet einmal im Jahr statt und wird allen Jungakademikern zuteil, die ihr Studium mit Auszeichnung absolviert haben.

Promotions-Stipendium

Christina Heupts freut sich über diese Ehrung. Sie wird sich aber nicht lange mit Feiern aufhalten, denn ihre wissenschaftliche Karriere befindet sich seit Anfang des Monats in der zweiten Runde. Schon nach der Zwischenprüfung wusste die heute 23-Jährige, dass sie promovieren möchte. Doch zuerst standen Studienabschluss und die Magisterarbeit an, in der sie sich mit dem „Aufbau der funktionalen Grammatik in Zusammenhang mit Sprechhandlungen und deren Verständlichkeit” beschäftigte. „Die wissenschaftliche Arbeit macht mir viel Spaß, deswegen habe ich mich auch gegen einen journalistischen Beruf entschieden”, sagt Christina Heupts und strebt nun eine Karriere in der Hochschule an.

Professorin Eva-Maria Jakobs, Leiterin des Lehr- und Forschungsgebiets Textlinguistik, fördert die Absolventin und riet ihr, sich um ein Stipendium zu bewerben. Das bekommt sie nun aus einem Fonds freier Drittmittel der RWTH. Zwei, maximal drei Jahre lang, werden ihr 800 Euro im Monat ermöglichen sich auf ihre Promotion zu konzentrieren, ohne Lehraufgaben oder Institutspflichten übernehmen zu müssen.

Firmen-Service unter der Lupe

Christina Heupts beschäftigt sich nun mit einem anwendungsbezogenen Thema und untersucht die schriftliche Kommunikation von Firmen in ihrem Servicebereich. Mit Hilfe eines Unternehmens wird sie Broschüren, Infomaterial, Internettexte aber auch die Korrespondenz analysieren und Handlungsempfehlungen entwickeln. Auch interkulturelle Aspekte, das Beschwerdemanagement und die interne Kommunikation im Unternehmen werden eine Rolle spielen. Das Thema und den Zeitplan hat sie zusammen mit Professorin Jakobs entwickelt.

Wenn Christina so weiter macht, dürfte wohl auch ihre Dissertation ausgezeichnet werden.