1. Kultur

Aachen: Spielerisch zu Kunst und Musik

Aachen : Spielerisch zu Kunst und Musik

„Kinder lieben Geschichten. Kunstwerke sind unerschöpfliche Geschichten. Sie erzählen vor allem von Menschen, ihren Schicksalen, ihren Abenteuern, ihren Gefühlen, ihren Träumen, vom Leben.”

Die, die das sagt, muss es wissen. Ágnes Wirtz versteht eine Menge von Geschichte(n). Und von Kunst. Sie ist Kunsthistorikerin. Ihrer Initiative „Ki.K - Kinder und Kunst Aachen”, die Kinder das Sehen lehrt, Freude an Gemälden vermittelt und Interesse an Kunst weckt, verdankt die junge Frau nun die Aufnahme in den überregionalen Kinder- und Jugendkulturführer „Kinder zum Olymp!”.

Das jetzt von der Kulturstiftung der Länder herausgegebene Kompendium will Eltern, Pädagogen, Museumsleitern, Theatermachern, Literaten und Musikern helfen, den göttlichen (Kultur)-Funken in Herzen und Hirnen Heranwachsender zu entzünden.

Auf 352 Seiten bietet das im Kölner Wienand Verlag erschienene Buch nicht nur Aufsätze, Tipps und Adressen zum Thema, sondern vor allem Hilfe in Form von „Learning by doing”: Vorgestellt werden 85 Projekte aus der ganzen Bundesrepublik, die Herausragendes in Sachen Kulturvermittlung für den Nachwuchs leisten und zur Nachahmung empfohlen werden.

Zu denen, die in den Bereichen Kunst- und Kulturgeschichte, Musik, Theater und Tanz, Literatur und Medien mit Schulen kooperieren oder coole Projekte für Kids anbieten, gehören auch neun Institutionen und Initiativen in NRW.

Wie man spielerisch und ohne Leistungsdruck Interesse vermittelt, Neigungen weckt und Talente fördert, zeigen das neu eröffnete Kindermuseum in Duisburg, die Kunstsammlung NRW in Düsseldorf oder das Theater Comedia, das in Köln erfolgreich mit einem Gymnasium kooperiert. Und Ágnes Wirtz mit ihrem Projekt „Ki.K - Kinder und Kunst Aachen”.

Ergänzend zum Angebot in Kindergarten und Kunstunterricht können Lehrerinnen und Erzieherinnen bei Ágnes Wirtz ein maßgeschneidertes Programm für „ihre” Schützlinge buchen. Die „Fahrten mit dem Bilderzug” wecken Interesse an Stilleben, Reliquien oder an Architektur, indem sie den Geschichten nachspüren, die Gemälde, Monstranzen oder der Aachener Dom erzählen. Dabei darf gespielt, diskutiert und auch selbst gemalt werden.

Mit Einwilligung der Eltern findet diese „Bilderreise” ein Mal pro Woche vor Ort in der Schule oder im Kindergarten statt. Das kostet pro Halbjahr und Kurs 48 Euro pro Kind. Der Brückenschlag zu anderen Aspekten von Kulturgeschichte ergibt sich dabei ganz zwanglos: „Der Weg vom Gemälde, auf dem ein Junge mit barocker Kleidung abgebildet ist, hin zu Mozart, zu seiner Zeit und seiner Musik ist nicht so weit.”

Kulturstiftung der Länder (Hrsg.): Kinder zum Olymp! Wege zur Kultur für Kinder und Jugendliche. Wienand Verlag, Köln 2004. ISBN-Nr. 3-87909-829-8, 352 Seiten, 14,95 Euro.