1. Kultur

Aachen: Spenden sollen Bistums-Arbeitsplätze retten

Aachen : Spenden sollen Bistums-Arbeitsplätze retten

Ein freiwilliger Spendenfonds soll in letzter Minute Arbeitsplätze im Bistum Aachen retten. Zu Spenden aufgerufen haben die drei Diözesanräte in einem Rundbrief rund 2500 Mitarbeiter - Angestellte des Bistums, Priester, Diakone und Lehrer in bischöflichen Schulen.

Weil das Generalvikariat in den kommenden drei Jahren 50 Millionen Euro einsparen muss, stehen hunderte Arbeitsplätze auf dem Spiel. Nun wird geprüft, ob die Solidarität in der Mitarbeiterschaft groß genug ist, um die Weiterbeschäftigung von Mitarbeitern auf der Streichliste zu finanzieren - ein beispielloses Unterfangen. „Wenn 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehrere Jahre lang im Schnitt 100 Euro im Monat spenden, kann die Kündigung von ca. 48 Vollzeitbeschäftigungen verhindert werden”, heißt es in dem Schreiben.

Anonymität ist zugesichert

Zu Spenden auf freiwilliger Basis sind nur Mitarbeiter auserkoren, die keine anderen „Gehaltsopfer” bringen müssen. Zurzeit wird in der „Regional-KODA” die Kürzung oder Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld verhandelt. Sämtliche Informationen über Identität des Spenders sowie Höhe und Dauer des Spendenflusses sollen anonym bleiben.

Das entsprechende Konto soll nicht in der Finanzabteilung des Bistums, sondern eigenständig eingerichtet werden. Über die Verwendung des Spendenfonds entscheidet ein „unabhängiges Kuratorium” - mit Vertretern aus Priesterrat und dem Diözesanrat der Katholiken. Bis zu den Sommerferien soll der Fonds anlaufen - wenn sich genügend Mitarbeiter zu einem Solidarbeitrag entscheiden.

Bischof Heinrich Mussinghoff hat bereits 10.000 Euro zugesagt. „Wir sind uns im Klaren, dass der Spendenfonds allein nicht ausreichen kann, um Mitarbeiterentlassungen zu verhindern”, schreiben die Unterzeichner Pfarrer Eckhard Lossen (Priesterrat), Regionaldekan Hans-Otto von Danwitz und Georg Mauer (Diözesanrat der Katholiken). „Trotzdem wäre es ein wichtiger Baustein in einem Konsolidierungskonzept, das so weit wie möglich auf Kündigungen verzichtet.”

Knackpunkt: Schon am 15. Mai soll der Generalvikar im Kirchensteuerrat seinen Sanierungsplan für die Bistumsfinanzen vorlegen.