Aachen: Spannender Mix beim Kulturfestival X: Tickets ab Samstag erhältlich

Aachen : Spannender Mix beim Kulturfestival X: Tickets ab Samstag erhältlich

Ein Festival mit arrivierten, bekannten und andererseits noch aufstrebenden, unbekannten Künstlern, minimalistisch, ohne Effekthascherei, ohne besondere Events oder etwa neumodisch-elegante „Lounges“ für Förderer und Sponsoren — obwohl diese tatsächlich reichlich Engagement für die Reihe zeigen: Genau solch eine Mischung ist das 16. Kulturfestival X der Städteregion Aachen.

Von April bis August gibt es diesmal eine Serie von 13 Veranstaltungen, die einmal mehr bestechen: Sämtliche Tickets kosten nur 3,50 Euro, überhaupt nur aus organisatorischen Gründen erhoben, dann Veranstaltungsorte, die Lust darauf machen, die Region in all ihrer Schönheit und Vielfalt bei einem Besuch kennenzulernen.

Zum Beispiel das Energeticon in Alsdorf, die Couven-Halle in Aachen oder die Katholische Kirche St. Johann Baptist in Lammersdorf. Städteregionsrat Helmut Etschenberg und „Kulturrätin“ — so nennen wir sie hier einfach mal ungefragt — Nina Mika-Helfmeier als Organisatorin stellten das Programm am Donnerstagvor.

Stimme wie die von Edith Piaf

Eine Stimme, die Edith Piaf wieder lebendig werden lässt — sie macht den Auftakt: die Sängerin Kerstin Heiles. Ihre außergewöhnliche szenische Musikrevue erlebt das Publikum am 21. April — auch wieder an einem außergewöhnlichen Ort, dessen Lage aber genau zum Konzept des unvergleichlichen Festivals gehört: in der Europaschule Herzogenrath. Glamour und Exzess, Melancholie und Heiterkeit — all das verkörpert Kerstin Heiles nach ihrer Vorbildfigur unfassbar authentisch. In Paris selbst stand das Publikum kopf! Und Nina Mika-Helfmeier offenbart bei der Gelegenheit gerne, dass dieses Programm, „Chansons d’amour“, der Festival-Lieblingstermin ihres Chefs Etschenberg ist.

Vielfalt ist Trumpf — Konzerte, Lesungen, und wenn man die Ausstellungen im Monschauer KuK, dem Kunst- und Kulturzentrum der Städteregion Aachen, noch dazunimmt, dann rundet sich ein umfangreiches Programm. Die Künstler schätzen die unprätentiöse Art des Festivals, erzählt Nina Mika-Helfmeier.

Der Auftritt der Sängerin Sharon Kovacs („Kovacs“) am 18. Mai in der Stadthalle Alsdorf ist jedenfalls auch der Tatsache zu verdanken, dass das Kulturfestival der Städteregion ihren Vorlieben entspricht: ohne Glamour, ganz auf das Publikum ausgerichtet.

Was mag man schon im Ernst als Highlight bezeichnen? Für jeden Geschmack und jedes Alter ist etwas dabei. Die Combo „Hildegard lernt fliegen“ dürfte jedenfalls in Alsdorf ein sehr aufgeschlossenes Publikum für avantgardistische Richtungen erreichen. Das Sextett verspricht eine Mischung aus „Humor und Seele“, die nie „akademisch“ wirken solle. Unter anderem mit diesem Konzert stehen im Gegensatz zu der Stolberger Region bei der vorigen Ausgabe nun Alsdorf und Aachen im Zentrum des Städteregions-Festivals.

Max Moor, der aus Funk und Fernsehen bekannte Moderator, der seinen eigentlichen Vornamen Dieter nicht mochte und sich umbenannt hat, stellt im Juni im Kulturzentrum Frankental in Stolberg sein Buch „Lieber einmal mehr als einmal weniger“ vor. Der gebürtige Schweizer erzählt aus seinem skurrilen Leben als Hofbauer in Deutschland.

Eine Weltpremiere erlebt das Publikum am 31. August im Gymnasium Baesweiler, wenn Dominique Horwitz zusammen mit seiner Band als Regisseur, Schauspieler und Sänger Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ aufführt — eine Würdigung zum Jubiläum nach der Erstaufführung von 1928. Horwitz verspricht keine „normale Oper“ und auch kein „normales Theaterstück“.

Elke Heidenreich ist an einem anderen Ort in der Städteregion zu erleben: In Roetgen wird sie am 5. Mai aus ihrem Buch „Alles kein Zufall“ lesen. Dabei geht es um eigensinnige Vögel, die weder sterben noch fressen wollen. Man darf — wie auch auf alles — diesmal sehr, sehr gespannt sein.

Mehr von Aachener Nachrichten