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Köln: Spannende Literatur auch im 45. Stockwerk

Köln : Spannende Literatur auch im 45. Stockwerk

Sie haben verlockende Namen im Gepäck, nutzen spannende Veranstaltungsorte und dürfen sich jetzt bereits über einen großen Ansturm von Buchfans aller Generationen freuen.

Unter dem Motto „Das vierte Mal...” startet am Mittwoch, 17. März, das Literaturfest „lit.Cologne” in Köln seinen fünftägigen Marathon. Vorgesehen im prallen Programm mit 83 Angeboten sind Lesungen, Begegnungen und andere attraktive „Begleiterscheinungen” wie die Gala zur Verleihung des Deutschen Hörbuch- Preises (17. März, WDR, 20 Uhr) oder zum Abschluss die „Reise durch die Welt der vergessenen Bücher”.

Elke Heidenreich wird prominente Gäste wie Hannelore Elsner und Mario Adorf begrüßen, der zudem Lieder von Georg Kreisler singen will (21. März, 20 Uhr, Philharmonie).

„Die lit.Cologne hat in drei Jahren eine interessante Entwicklung durchlaufen”, sagt Regina Schilling, die zusammen mit Werner Köhler und Rainer Osnowski für die inhaltliche Gestaltung verantwortlich ist. Hat man zu Beginn bewusst auf große Namen gesetzt, um das Festival zu „installieren”, so ist diese Phase jetzt geschafft.

Nachwuch mit Paten

Man wendet sich verstärkt dem literarischen Nachwuchs zu. Auch hier nutzt die lit.Cologne jedoch weiterhin die Anziehungskraft bekannter Persönlichkeiten. „Im Rahmen von Patenschaften ist das sehr sinnvoll. Wir bitten einen ruhmreichen Autor, jemanden mitzubringen, den er kennt und den er für förderwürdig hält”, sagt die Organisatorin.

„Wir können dabei bereits sicher sein, dass auch der unbekannte Gast qualitativ zu uns passt.” So hat sich Raoul Schrott für den Gedichtband „Burgruinenblues” des 28-jährigen Jan Volker Röhnert aus Gera begeistert (18. März, Museum Ludwig, 20.30 Uhr), widmet sich Petra Hammesfahr dem Werk von Wolfgang Kaes.

Die Tatsache, dass der noch unbekannte Schriftsteller zuvor als Polizei- und Gerichtsreporter für „Stern” und „Time” unterwegs war, erklärt den besonderen Veranstaltungsort: das Neue Polizeipräsidium (20. März, 18 Uhr).

„Nicht nur die Autoren sind wichtig, es ist auch spannend zu erfahren, warum der eine den anderen ausgewählt hat.” Den Kontakt zu anderen großen Kulturaktivitäten Kölns knüpft man unter anderem beim Abend „Im Schatten des blauen Reiters” im Museum Ludwig, wo ab Samstag bis 27. Juni die Sammlung des „Blauen Reiters” aus Münchens Lenbachhaus zu sehen ist.

Zur Lit.Cologne liest Hannelore Elsner hier aus dem Briefwechsel zwischen Wassily Kandinsky und Gabriele Münter (20. März, 19 Uhr). Und ein weiteres Element ist neu: Acht Autorinnen und Autoren, von denen bisher noch nichts veröffentlicht wurde, finden in „Hoch hinaus” (20. März, 14 Uhr, 17 Uhr) auf der Spitze des Colonia-Turms im 45. Stock eine Plattform.

„Damit wollen wir Zeichen setzen”, betont Regina Schilling. Ihre Gesamteinschätzung: „Wir haben inzwischen erreicht, was uns wichtig war: Die Verbindung zwischen den Genres.”

Und das wird um so deutlicher, wenn zum Beispiel ein Künstler wie Georg Baselitz auf den Autor Ingo Schulze trifft (19. März, 20 Uhr, Museum Ludwig) oder im Belgischen Haus der Kabarettist Konrad Beikircher mit dem Pianisten Lars Vogt (17. März, 20 Uhr) den „Gesamtklang” erprobt.