Theater Aachen: Solisten stehen beim ersten Kammerkonzert im Mittelpunkt

Theater Aachen : Solisten stehen beim ersten Kammerkonzert im Mittelpunkt

Prall gefüllt präsentierte sich das Programm des 1. Kammerkonzerts am Sonntag im wie immer gut besuchten Spiegelfoyer des Theaters.

Mitglieder des Aachener Sinfonieorchesters spannten mit der Werkfolge einen Bogen von klassisch-romantischen Preziosen bis zur Gegenwart, wobei diesmal die Holzbläser den Ton angaben.

Auf besonderes Interesse stieß natürlich die Uraufführung der Eigenkomposition „Kassandra am Ende des Lichts“ des Aachener Solo-Oboisten Stéphane Egeling. Eine siebenminütige Miniatur für Solo-Oboe, bei der Egeling die Sehnsucht der unheilkündenden Seherin Kassandra nach erlösender Blindheit in den Mittelpunkt stellte. Das Werk beginnt in bukolischer Ruhe und steigert sich in verzweifelte Ausbrüche, bis ein dominierender Zentralton langsam verlöscht. Ein Werk, das den Klang der Oboe nicht verbiegt, auch wenn einige Töne durch moderne Anblastechniken verzerrt werden und gleichzeitig eine reizvolle Atmosphäre ausstrahlt. Qualitäten, die Egeling in seinem engagierten Vortrag souverän zum Ausdruck brachte.

Auch der Klarinettist David Kindt durfte sich mit einem Solostück vorstellen und zwar mit der „Fantasie für Klarinette solo“ des „Composers in Focus“ Jörg Widmann. Ein Werk ohne Taktstriche, das dem Interpreten große gestalterische Freiräume offenhält, die Kindt mit spieltechnischer Perfektion nutzte. Dem dritten Solo-Stück des Programms widmete sich als streichender „Querschläger“ der Cellist Daniel Wenzl mit György Ligetis früher Sonate für Violoncello solo, die noch den Geist ungarischer Ahnen im Fahrwasser Bartóks atmet und für den Solisten dankbare Aufgaben bereithält.

Bläser waren noch in drei Ensemblestücken von Mozart und Weber federführend, die trotz der Prominenz der Komponisten eher ein Schattendasein im Kammermusikrepertoire fristen. Unberechtigt, wie die exzellenten Beiträge der Flötistin Anna Saha mit Mozarts Flötenquartett KV 285, des Klarinettisten David Kindt mit dem charmanten Klarinettenquintett B-Dur op. 34 von Carl Maria von Weber sowie des Hornisten Michael Roberts mit Mozarts Hornquintett KV 407 zeigten. Alle Solisten konnten sich der einfühlsamen Unterstützung ihrer streichenden Kolleginnen und Kollegen sicher sein, so dass auch dieses Konzert beim Publikum auf begeisterte Zustimmung stieß.

Das Kammerkonzert wird heute Abend um 20 Uhr im Spiegelfoyer des Theaters wiederholt.

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