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Daun: So viele nette Worte wie noch nie für Schimanski

Daun : So viele nette Worte wie noch nie für Schimanski

Mit der Verleihung des neuen „Roland”-Filmpreises an Schauspieler Götz George ist am Samstagabend das Krimifestival „Tatort Eifel” zu Ende gegangen.

Rund 5000 Krimifreunde, Autoren und Fachleute waren zu dem fünftägigen Branchentreff der Krimiszene nach Daun kommen.

Laut Organisatoren hat sich „Tatort Eifel” in seiner dritten Auflage vor allem für die Krimi-Filmbranche zu „einem bundesweit einmaligen Treffpunkt” entwickelt.

George wurde mit der Auszeichnung vor allem für seine Rolle als Ruhrpott-Kommissar „Horst Schimanski” in der Fernsehreihe „Tatort” gewürdigt. Der 67-Jährige hat „Schimmi” seit 1981 insgesamt 25 Mal gespielt.

Der Preis, nach dem Hamburger Krimiregisseur Jürgen Roland („Großstadtrevier”, „Stahlnetz”) benannt, ist nicht dotiert und wurde in Form eines grauschwarzen stilisierten Raben aus Blei übergeben.

„Mit seinem unverwechselbaren Schaffen hat Götz George den Fernsehkrimi revolutioniert”, sagte der Marburger Filmwissenschaftler Karl Prümm in der Laudatio. George habe „Schimmi” mit einer solchen Intensität ausgefüllt, dass Publikum und Kritik zwischen Privatperson und Kunstfigur gar nicht mehr unterschieden hätten.

„Schimmi” sei der erste Kommissar gewesen, der sich über Regeln hinweg gesetzt habe und mit Körper und Seele für die Gerechtigkeit gekämpft habe.

„So viele nette Worte hat noch nie jemand für mich als Schimanski gefunden”, sagte George. Er nehme den Preis stellvertretend für viele andere an - vor allem für seinen 1994 gestorbenen Kollegen Eberhard Feik, der von 1981 bis 1991 als Kriminalhauptkommissar Christian Thanner sein Partner war.

In wenigen Wochen beginne er mit einem neuen Schimanski-Film, sagte George als erster Träger des Ehrenpreises „Roland”.

Neben George wurde auch der mit insgesamt 3000 Euro dotierte Deutsche Kurzkrimi-Preis an drei Nachwuchsautoren verliehen: Martin Spiegelberg aus München, Bettina Stelzig-Theisen aus Wiesbaden und Birgit Hölscher aus Jamel bei Wismar.

Das Krimifestival hat in diesem Jahr rund 2000 mehr Besucher in die Eifel gelockt als 2003. Neben Workshops und TV-Fernsehpremieren bot es hochkarätige Lesungen etwa von Filmschauspieler Rufus Beck oder von Krimibuchautor Jacques Berndorf, der seinen neuen Thriller „Ein guter Mann” erstmals öffentlich vorstellte.