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Berlin: So quirlig wie in alten Zeiten: B-52s sind mit dem Album „Funplex” zurück

Berlin : So quirlig wie in alten Zeiten: B-52s sind mit dem Album „Funplex” zurück

Sie klingen, als seien sie nie weg gewesen. Rund 16 Jahre sind seit der Veröffentlichung ihres letzen Studioalbums „Fun Stuff” vergangen.

Auf der am 24. März erscheinenden Comeback-CD „Funplex” sind dieselben markanten Ingredienzien zu finden. Da ist dieser unverkennbar B-52s-tpyische Mix aus rockigen Gitarrenriffs, gezähmten Punk und New Wave, da sind die immer noch schrillen wie melodischen Stimmen von Kate Piersons und Cindy Wilson und der merkwürdige Sprechgesang von Fred Schneider.

Und selbst das Outfit ist extravagant und schrill geblieben. Nur auf die 60s-Beehive-Perücken, nach denen die 1976 gegründete Band sich einst benannt hat, wurden offenbar mittlerweile eingemottet. „Funplex klingt wie wir, nur aktualisiert”, erklärt Fred Schneider.

„Wie die B-52s heute - oder in fünfzehn Jahren.” Den zeitgemäßen Anstrich der elf neue Songs hat Steve Osborne besorgt, der zuletzt neben Happy Mondays und KT Tunstall auch das Comeback.Album von New Order produziert hat. Songs wie die Top 10-Hits „Rock Lobster” und „Love Shak” hatten die B-52s zu Plattenmillionären und zur ultimativen Partyband gemacht.

Mit ihren neuen Stücken „Keep This Party Going”, „Ultraviolet” und „Hot Corner” versucht die Band unverkennbar daran anzuknüpfen - energiegeladene, treibende Gute-Laune-Tanznummern, auf denen die Garagenrock-Gitarre jault. Für die Band ist es bereits das zweite Comeback. Denn der Aids-Tod des Gitarristen Ricky Wilson 1985 traf die Band schwer und verlangte nach einer Atempause.

Vier Jahre später folgte dann ein neuer Start mit „Cosmic Thing”, dem erfolgreichsten Album in der Bandgeschichte. Doch Sängerin und Gitarristin Cindy Wilson stieg kurz danach für einige Jahre aus der Band aus. Der Verlust ihres Bruders war offensichtlich doch schwerer für sie zu verkraften, als zunächst gedacht.

1994 gelang The B-52s mit ihrem Song „(Meet) The Flintstones” für den Spielfilm „Flintstones - Die Familie Feuerstein” noch ein weiterer Hit, dann war endgültig Schluss. Bis jetzt. Ob ihnen das Geld ausgegangen ist oder sie sich einfach nur zu Hause gelangweilt haben - über die wahren Gründe für die Reunion schweigt sich die Band bislang aus.

Fakt ist, dass sie wohl unabhängig voneinander schon längere Zeit an neuen Songs geschrieben haben. Dem Material wurde schließlich gemeinsam der letzte Schliff verpasst und in Rhinebeck im Bundesstaat New York, sowie in Athens im Bundesstaat Georgia, gewissermaßen an der Quelle ihrer Kreativität, aufgenommen.

„Wir hatten das Gefühl, zum Ausgangspunkt zurückgekehrt zu sein”, so Sängerin Kate Pierson. „Das Studio in Athens war buchstäblich nur ein paar Blocks von dem Haus entfernt, in dem wir bei einer Valentinsparty im Jahr 1977 unseren ersten Auftritt hatten.”

Und um die Ecke befand sich das China-Restaurant, wo man nach einer durchzechten Nacht die Idee zur eigenen Band entwickelt hatte. „Auf einmal spürten wir denselben Geist wie in unseren Anfangstagen”, sagt Kate Pierson etwas verklärt. Aber vielleicht ist das exakt der Grund, weshalb The B-52s heute fast genauso klingen wie vor 30 Jahren. Genauso gut, genauso jung und zeitlos.