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Würselen: Skurriles Spiel mit bitteren Wahrheiten

Würselen : Skurriles Spiel mit bitteren Wahrheiten

Er ist ein Eulenspiegel, ein melancholischer, kluger Narr, der seine zum Teil sehr bitteren Weisheiten in urigen Verpackungen unter die Leute mogelt: der bayerische Kabarettisten Georg Ringsgwandl.

Mit ihm hat Veranstalter Ulrich Pesch auf der Open-Air-Bühne von Burg Wilhelmstein einen Ausnahmekünstler präsentiert, der sich mit niemandem im großen Kreis der heiter-kritischen Kollegen vergleichen lässt.

Ringsgwandl ist ein Ereignis. Und man staunt immer neu, was diesem energiegeladenen Mann so einfällt und wie er es dramaturgisch gekonnt umsetzt. Von Anfang an sind seine Zuschauer hingerissen, hören gespannt zu, reagieren auf feine Zwischentöne, obwohl die herzhafte Mundart eines Ringsgwandl in unseren Breiten nicht unbedingt jedem geläufig ist.

Ringsgwandl liebt den heftigsten Mummenschanz. Das ist nicht einfach „Dekoration”, es ist jener Schutzwall, hinter dem er Skurrilität und abstrusen Witz auslebt. Seine Gedanken und Ideen verdichten sich zu einem anspruchsvollen Programm, das zwischen Heiterkeit, Ironie, Traurigkeit und kummervoller Kritik pendelt.