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Aachen: Sinfoniekonzert der Musikhochschule

Aachen : Sinfoniekonzert der Musikhochschule

Berauschende und tragische Melodien unter einen musikalischen Hut zu bringen, das ist dem Orchester der Aachener Musikhochschule im Eurogress gelungen.

Mit Richard Wagners Ouvertüre zur Oper „Rienzi” und dem Vorspiel und Liebestod aus „Tristan und Isolde” setzte Leiter Herbert Görtz im ersten Programmteil temperamentvolle Akzente.

Dem entgegen standen im zweiten Teil Ausschnitte aus dem Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 in d-moll op. 15 des Traditionalisten Johannes Brahms. Das bewusst schwer zu spielende Programm meisterten die Studierenden der Musikhochschule mit Bravour.

Besonders Wagners musikalische Eskapaden spornten die jungen Musiker zu Höchstleistungen an, begeisternd und begeistert machten sie Tristans „Liebestod” zum absoluten Hörgenuss.

Musikalisch ansprechend, wenn auch etwas weniger temperamentvoll, ging es nach der Pause mit Brahms Klavierkonzert Nr. 1 weiter, das die russische Pianistin Maria Grigorenko in beeindruckender Weise am Flügel begleitete.

Die ehemalige Schülerin von Ulla Graf gestaltete das tragische Klavierkonzert mit der nötigen Tiefe und Charakterstärke. Der 21jährige Brahms stand noch ganz unter dem Eindruck des Selbstmordversuchs seines Kollegen Robert Schumann.

Görtz Verknüpfung der berauschenden Musik Wagners mit den tragischen Melodien Brahms war ungewöhnlich, aber durchaus gelungen.

Die Studierenden der Musikhochschule konnten in beeindruckender Weise ihre musikalische Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellen und ernteten nach dem Konzert verdient stürmischen Applaus.