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Simenon-Schau steckt in finanziellen Schwierigkeiten

Simenon-Schau steckt in finanziellen Schwierigkeiten

Lüttich.Die heißen Sommertage haben der Ausstellung „Simenon, ein Jahrhundert” in Lüttich so sehr zugesetzt, dass der Veranstalter Euroculture nun in fanzielle Schwierigkeiten geraten ist.

Mit monatlich 25.000 Besuchern war gerechnet worden, 5000 kamen. Einer der Gründe ist nach Angaben der Organisatoren das Fehlen einer Klimaanlage in dem großen Ausstellungszelt, wodurch Temperaturen von 40 Grad erreicht wurden.

Der Veranstalter hofft nun, dass umso mehr Interessenten im Herbst die Ausstellung besichtigen werden. Die Mitte Februar anlässlich des 100. Geburtstages von Georges Simenon eröffnete Schau ist noch bis zum 9. November zu besichtigen.

„Wir haben für September schon Reservierungen für 20.000 Schüler”, gab sich ein Euroculture-Sprecher zuversichtlich.

Dennoch steht jetzt schon fest, dass die angestrebte Zahl von 200.000 Besuchern nicht erreicht werden kann, denn in den ersten sechs Monaten kamen nur knapp 90.000 Menschen.

„Wenn wir nicht dem Lütticher Weihnachtsmarkt Platz machen müssten, hätten wir die Ausstellung bis zum Jahresende fortgesetzt”, hieß es bei Euroculture.

Die Gesellschaft hat inzwischen große Liquiditätsprobleme, zumal auch zwei ihrer anderen Ausstellungen in Paris („Ich mag keine Kultur”) und Brüssel („Music Planet”) unter der ungewöhnlichen Hitze zu leiden hatten und nicht die erhofften Besucherzahlen erreicht haben.

Euroculture sah sich sogar genötigt, beim Lütticher Handelsgericht Insolvenzschutz zu beantragen.

Das bedeutet, dass die Gläubiger ihre Ansprüche gegenüber dem Unternehmen zunächst zurückstellen, weil sie noch auf einen Erfolg der Ausstellung hoffen.

Für „Simenon, ein Jahrhundert” belaufen sich die Kosten auf 2,5 Millionen Euro. 300.000 Euro hat die Provinz Lüttich beigesteuert.

Es ist nicht die erste Pleite dieser Art in Lüttich. „Sind Mega-Ausstellungen noch zeitgemäß?” fragte die Tageszeitung „La Libre Belgique” bereits.

In der Cité Ardente erinnert man sich noch an die 7,5 Millionen Euro teure Schau „Electralis”, die 2001 im Fiasko endete.

Für die Ausstellung über Elektrizität war ebenfalls mit 200.000 Besuchern gerechnet worden, doch es kamen nur 30.000. Schon nach kurzer Zeit gingen die Organisatoren in Konkurs - und bei „Electralis” die Lichter aus.

Derweil verweist man bei der Provinz Lüttich darauf, dass die Ausstellung auf dem Espace Tivoli nicht der einzige Höhepunkt des Simenon-Jahres sei, sondern es eine Vielzahl von anderen Veranstaltungen gegeben habe, die sehr wohl ein Erfolg gewesen seien, sagte Regierungsmitglied Olivier Hamal. Offiziell endet das Simenon-Jahr erst am 13. Februar 2004.