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Würselen: Sie lieben das Musik-Experiment

Würselen : Sie lieben das Musik-Experiment

Ist aus der munteren Truppe eine etablierte Formation geworden? „Nein, wir werden uns immer noch weiterentwickeln”, verspricht Christine („Kiki”) Sauer von der Berliner Gruppe „17 Hippies”, die am Freitag, 8. Juli, 20 Uhr, die Open-air-Bühne von Burg Wilhelmstein erobert.

Die Frontfrau am Akkordeon, die auch die Geschäfte führt, ist von Anfang an dabei. Und der Anfang - das war in Berlin. Seit genau zehn Jahren gibt es die Kultband vom Prenzlauer Berg jetzt. Und zur Feier der runden Zahl haben sie ihre erste DVD sowie eine neue CD produziert, natürlich beim eigenen Label.

„Wir haben uns das überhaupt nicht so anstrengend vorgestellt, aber alle Videos von den Auftritten mussten gesichtet werden”, erzählt Kiki. Bis endlich die besten Szenen ausgewählt, der Schnitt flott genug und die deutschen, französischen und englischen Untertitel für „The Greatest Show On Earth” (so der „bescheidene” Titel) perfekt stimmten, hat es länger gedauert, als alle dachten.

Aber auch diesmal hat die Band, die als GmbH agiert, alles in Eigenregie bewältigt. „17 Hippies” heute - das ist eine charmante Truppe, die sich mit unverminderter Leidenschaft den Musikformen dieser Welt öffnet, von Rock über Jazz bis Klassik und Folk nichts ausgrenzt.

Weiter Horizont

Hat man zunächst alte Musikinstrumente wie Dudelsack, Banjo und Ukulele neu entdeckt, die Geige gegen die E-Gitarre getauscht, so sind es jetzt häufig Gäste, von denen man sich inspirieren lässt. „Zum Beispiel hier in Frankreich die Band Les Hurlements dLeo”, schwärmt Kiki. „Gäste erweitern unseren Horizont und verändern den Sound.”

Die Hippies lieben es, sich ungewohnten Situationen auszusetzen: „Wir haben uns zum Beispiel als Zirkusband engagieren lassen und ein Projekt mit Jugendlichen entwickelt.” Das war mindestens so spannend, wie 2002 der Hippie-Sound für Andreas Dresens in Berlin mit dem „Silbernen Bären” aufgezeichneter Film „Halbe Treppe”.

In Würselen werden „17 Hippies”, die in einer Besetzung von 13 Akteuren reisen, mit Temperament und Stilmix auftreten - aber ausnahmsweise pur, ohne fremde Mitstreiter. „Was wir spielen, hängt vom Publikum ab”, meint Kiki. „Wir sind sind gut im Improvisieren, wir saugen die Stimmung auf, die unter den Leuten herrscht, ob nun in Deutschland, Frankreich, England oder Spanien.”

Zwei Wochen lang haben sie übrigens 2004 in Marokko Eindrücke gesammelt. „Das war gut, um sich neu inspirieren zu lassen und aus dem üblichen Kontext herauszukommen.”