1. Kultur

Aachen: Sie hat viel bewegt: Alice Schwarzer

Aachen : Sie hat viel bewegt: Alice Schwarzer

„Alice im Männerland” - in diesem Buch (Kiepenheuer & Witsch, Köln, 256 Seiten, 22 Euro) geht es um die großen Themen der letzen 30 Jahre - es ist eine Zwischenbilanz und ein Stück Zeitgeschichte.

Politische, vielmehr frauen-politische Zeitgeschichte aus der Sicht einer Frau, die viel bewegt hat und immer noch viel bewegt in ihrem Kampf für die Menschlichkeit.

Die Schriftstellerin und Journalistin Alice Schwarzer ist die Galeonsfigur für die Frauenrechte in Deutschland und dabei betont sie, gehe es eben nicht darum, dass Männer generell schlecht seien und Frauen besser, sondern darum, dass sich beide auf einer menschlichen Ebene finden sollten und keine Frau, allein durch ihr Frausein in irgendeiner Form benachteiligt werden dürfe.

Mittlerweile das 60. Lebensjahr erreicht, war für sie mit ihrem neuesten Buch der Zeitpunkt gekommen, eine Sammlung der Themen zu präsentieren, die sie nicht nur wichtig fand, „sondern bei denen ich es vor allem wichtig fand, aktiv zu werden”.

„Zurückblickend würde ich jeden einzelnen Buchstaben wieder genau so schreiben”, gesteht die oft kritisierte, aber dennoch oder vielleicht gerade deshalb so beständig selbstbewusst-überzeugte Herausgeberin der feministischen Publikumszeitschrift „Emma”, die sich erst kürzlich in einem Interview der Zeitschrift „Allegra” zur derzeitigen Frauenmode äußerte: „Die neue Tittenmode hat wirklich etwas Erniedrigendes. Als wären Frauen Milchkühe.”

Und an so einem Abend durfte auch das „Phänomen Feldbusch” nicht fehlen. Unvergessen der Auftritt in der Kerner-Talkshow, der die Nation spaltete. Warum sie nicht einfach gegangen sei? „Weil das genau die falsche Entscheidung gewesen wäre”.

Punkt! Schließlich ging es ihr darum zu zeigen, wer ist hier Mensch und wer eine von der Bild-Zeitung produzierte Mode-Puppe sei - Touché.

Auch die neueste Bild-Werbe-Kampagne schlage voll in diese sexistische Kerbe. „Auch Frauen lesen die Bild-Zeitung, und ich hoffe, dass so eine Kampagne nach hinten losgeht.”