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Aachen: Sextäter sah sich als Zeitbombe

Aachen : Sextäter sah sich als Zeitbombe

Er habe wieder und wieder darum gerungen, nicht weiter in Freiheit zu bleiben, erklärte der 22-jährige Angeklagte. Er wollte zurück in den Knast oder in eine stationäre Therapie. Der junge Mann hielt sich selbst für eine Zeitbombe.

Er hatte am 12. September 2003 zwischen 22 Uhr und Mitternacht zwei Stunden lang ein 16-jähriges Opfer in seiner Aachener Wohnung zunächst mit seinem Messer bedroht und dann brutal vergewaltigt.

Das Mädchen hatte Todesangst, weil der Täter, wie er vor der 5. großen Strafkammer des Aachener Landgerichts bestätigte, sein Messer immer wieder links und rechts neben dem nackten Körper in die Matratze stieß. Irgendwann fesselte er das Mädchen, „weil sonst vielleicht noch mehr passiert” wäre. So schilderte er seine Exzesse vor Gericht.

Unter dem Vorwand, sie könne bei ihm in der Wohnung ihren Freund, der sich von ihr getrennt hatte, wiedertreffen, hatte er das Opfer in seine Dachwohnung gelockt. Bereits mit 16 hatte der verhaltensauffällige Schüler ähnliche Delikte begangen und war zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Nach seiner Entlassung 2003 „habe sich alles wieder angestaut”. Er habe seine Aggressionen nicht bändigen können. Der Staatsanwalt hat Sicherungsverwahrung beantragt.