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Aachen: Sensible Glasperlenspiele von zerbrechlicher Zartheit erklingen

Aachen : Sensible Glasperlenspiele von zerbrechlicher Zartheit erklingen

Die städtische Kammermusiksaison öffnete nach bewährtem Muster: Mit einer geschickten Mischung aus zwei ungewöhnlich besetzten Raritäten und einem romantischen Zugstück.

Dem ersten Programmteil verlieh die Harfe ein extravagantes klangliches Profil. Besonders apart stach Toru Takemitsus in den 90er Jahren entstandenes Trio für Flöte, Violine und Harfe „And then I knew Ôt was wind” heraus.

Sensible Glasperlenspiele von zerbrechlicher Zartheit, die durch die direkte Abstrahlung im Spiegelfoyer des Theaters allerdings massiver klangen als erwünscht.

Ein Manko, das den drei Damen (Stefanie Faust, Flöte, Christine Fraisl, Harfe, und Stephanie Bock, Violine) persönlich weniger anzulasten ist als die Tatsache, angesichts der ruhigen, weitgespannten Ton- und Klanglinien die nötige Spannung nicht immer wahren zu können.

Ein Problem, mit dem auch die Ausführenden der anschließenden „Musik für sieben Saiteninstrumente” des 1915 jung gefallenen Komponisten Rudi Stephan zu kämpfen hatten.

Zudem klangen die beiden über weite Strecken elegisch gehaltenen Teile unter Mitwirkung eines Klaviers noch dicker und teilweise zähflüssiger, so dass der Spiegelsaal seine Eignung gerade für fein instrumentierte Werke (wieder einmal) in Frage stellte.

Davon war das abschließende Klaviertrio in d-Moll op. 49 von Felix Mendelssohn Bartholdy weit weniger betroffen. Mit mitreißender Emphase interpretierten Burkhard Spinnler (Klavier), der neue Konzertmeister Felix Giglberger (Violine) und Solo-Cellist Eberhard Beißwänger die Ecksätze des spielfreudigen Werks, loteten die strömende Melodik des Andantes voll aus und ließen im gespensterhaft huschenden Scherzo ein wenig „Sommernachtstraum”-Zauber aufblitzen.

Viel Beifall für einen gelungenen Auftakt der maßgeblich von der „Gesellschaft der Musik- und Theaterfreunde zu Aachen” finanzierten Reihe.

Das Konzert wird am Montagabend um 20 Uhr im Spiegelfoyer des Theaters wiederholt.