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Köln: Selbst Mozart und Beatles lassen grüßen

Köln : Selbst Mozart und Beatles lassen grüßen

Henning, Hannes, Peter, Janus, Ralle und Jens sind gut drauf. Das sind die sechs Herren Krautmacher, Schöner, Werner, Fröhlich, Rudnik und Streifling zwar schon von Natur aus.

Aber auf der Pressekonferenz im gläsernen Weltstadthaus von „Peek & Cloppenburg” an der Schildergasse strahlen die „Höhner” um die Wette. Dazu hat die kölsche Kultband auch allen Grund: Noch ganz frisch ist die Erinnerung an den Auftritt in der Düsseldorfer LTU-Arena, wo das Sextett beim Weltjugendtag 50 000 junge Pilger begeisterte, in Ludwigsburg winkt „Die goldene Stimmgabel”, und die neue CD „6:0” wird am Freitag, 23. September, veröffentlicht.

Urlaub auf Mallorca

„Sechs Höhner im Walfisch”, feixt Frontmann Krautmacher angesichts des rundlichen, wie ein umgekehrter Schiffrumpf spitz zulaufenden Glasdachs, das sich hoch über Musikern und Presse wölbt.

Nachdem die Session glücklich überstanden war, gönnte sich der Höhner-Clan einen Kreativ-Urlaub auf Mallorca, wo man sich „relativ zügig und einheitlich für die neuen Song-Veröffentlichungen entschied” (Harald Engel von der Plattenfirma EMI). 14 sind es an der Zahl, die unter dem selbstbewussten Titel „6:0” in den Plattenläden stehen werden.

„Das Kind ist frühzeitig geboren”, räumt Krautmacher ein, „eigentlich war die Veröffentlichung erst für November gedacht, aber wir wollten die Publicity mitnehmen, die die ,Goldene Stimmgabel mit sich bringt.”

Es ist das erste Album der Band, das nicht im Karneval veröffentlicht wird. Doch künftige „Auslands”-Auftritte, wie der am 27. September auf dem Oktoberfest, lassen ahnen, dass die „Höhner” sich längst nicht mehr allein auf den jecken Mikrokosmos beschränken, waren sie doch bereits zu Beginn des Jahres zum ersten Mal in ihrer fast 34-jährigen Karriere mit „Da simmer dabei!” in den deutschen Top-Ten vertreten.

„6:0” - das klingt nach Sport, Spiel und Spannung. Tatsächlich ist den sechs rheinischen Frohnaturen ein Album geglückt, das hochdeutsche Songs neben kölsche Lieder stellt, ohne dabei inhomogen zu wirken. Die Stimmungen - mal ausgelassen, mal ironisch, mal melancholisch - wechseln ebenso wie das Tempo und der Musikstil, Mozart und die Beatles lassen grüßen, einer Reibekuchen-Verkäuferin fährt der Blues ins wunde Herz, und einen Sesselhocker packt (im Geiste) das Salsa-Fieber.

Besonders hitverdächtig ist das erste Stück „Here We Go!”, das den Traditions- Opener „Jetzt gehts los!” ablösen soll. Im November und Dezember wollen die Höhner in acht deutschen Städten zeigen, wie gut „6:0” live ankommt, unter anderem in Berlin, München und Hamburg.