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Schwere Körperverletzung: Mutmaßliches Bandenmitglied vor Gericht

Schwere Körperverletzung: Mutmaßliches Bandenmitglied vor Gericht

Köln. Ein mutmaßliches Mitglied einer Kölner Jugendbande muss sich ab Mittwoch wegen schwerer Körperverletzung vor einer Jugendschöffenkammer des Amtsgerichts verantworten.

Das Gericht hat zunächst drei Verhandlungstage in nicht öffentlicher Sitzung angesetzt, wie ein Sprecher am Dienstag mitteilte.

Der Fall des zum Tatzeitpunkt 17-Jährigen hatte in Köln für viel Aufsehen gesorgt. Er soll an Weiberfastnacht vergangenen Jahres einen 43 Jahre alten Mann so brutal attackiert haben, dass dieser schwerste Schädel- und Gehirnverletzungen erlitt. Auch soll der Angeklagte seinem Opfer 50 Euro geraubt haben.

Der 43-Jährige war mit den vier Kindern seiner Lebensgefährtin im Alter von sieben bis elf Jahren auf dem Heimweg von einer Karnevalsfeier. Bei der Auseinandersetzung prallte das Opfer mit dem Kopf gegen die Glasscheibe einer Telefonzelle, anschließend lag es mehrere Wochen im Koma. Laut medizinischen Gutachten wird der Mann dauerhafte Gehirnschäden behalten.

Ermittler rechnen den Angeklagten zur Jugendbande „The New Generation of Gernsheimer” aus dem Kölner Stadtteil Ostheim. Der 17-Jährige war bereits vor der Tat bei der wegen zahlreicher Straftaten Polizei bekannt und einschlägig vorbestraft. Er wurde wenige Tage nach der Tat aus der Untersuchungshaft entlassen und in ein Erziehungsheim gebracht.

Dort sollte er eine Lehre beginnen. Als er dort einen Drogentest verweigerte, kam er wieder in Haft, wurde aber nach einer erneuten Beschwerde wieder freigelassen. Das Gericht begründete die Freilassung damals damit, dass der Jugendliche laut Einschätzung des reifer geworden sei.