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Köln: Schüler dürfen Lehrer im Internet benoten

Köln : Schüler dürfen Lehrer im Internet benoten

Schüler dürfen ihren Lehrern in Internet-Foren weiterhin Noten geben. Das hat das Kölner Landgericht am Mittwoch entschieden. Die Lehrerin eines Gymnasiums aus Neukirchen-Vluyn am Niederrhein war gegen die drei Kölner Betreiber des Internet-Forums „Spickmich.de” vor Gericht gezogen.

Die aus Moers stammende Frau fühlte sich durch die Benotungen mehrerer Schüler verunglimpft und in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt. Eine Benotung müsse sie jedoch hinnehmen, entschied das Gericht. „Es geht hier nicht um eine diffamierende Schmähkritik oder um Tatsachenbehauptungen”, erklärte Gerichtssprecher Dirk Esser. Die Benotungen seien als freie Meinungsäußerung zu werten.

Anders sei es, wenn Schüler neben der Noten auch noch Kommentare über ihre Lehrer abgäben. „Hier müsste im Einzelfall geprüft werden, ob es sich dabei um eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte handelt. Dieses Urteil hier ist kein genereller Freibrief für Schüler im Internet”, betonte Esser. Da die Lehrerin aus Moers aber nur benotet und nicht beschimpft worden sei, müsse sie dies hinnehmen.

Die Pädagogin hatte in dem Internet-Forum nicht besonders gut abgeschnitten. In Kategorien wie „menschlich, cool, witzig, fair”, aber auch „sexy” gaben ihr die Schüler die Gesamtnote 4,3. Die Lehrerin war damit nicht einverstanden und hatte rechtliche Schritte gegen die Betreiber eingeleitet.