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Aachen: Schönes Märchen mit Prinzessin

Aachen : Schönes Märchen mit Prinzessin

Liebe Eltern, sollten Sie eine Tochter im Alter von sechs bis zwölf Jahren haben, können Sie ihr keinen größeren Gefallen tun, als mit ihr zu einem Yvonne- Catterfeld-Konzert zu gehen.

Ihre Tochter wird glücklich sein, weil sie das Gefühl hat, Teil eines 90-minütigen Märchens gewesen zu sein. Genau das war die Show auf dem Katschhof - ein Märchen mit Yvonne Catterfeld als Prinzessin und ihren Liedern, die die Geschichte tragen.

Nun mögen garstige Kritiker behaupten, Catterfeld habe 90 Minuten lang das gleiche Lied gesungen, doch die haben das System Catterfeld einfach nicht verstanden.

Stets siegreich

Kindern ist es am liebsten, wenn sie das gleiche Märchen immer wieder hören und das gute Ende eine verlässliche Größe ist. So ist das bei Yvonne Catterfeld: Egal, ob sie über Einsamkeit, Magersucht, gebrochene Herzen oder Selbstfindung singt - am Ende steht sie siegreich da auf der Bühne mit ihrem sympathischen Lächeln, den langen blonden Haaren und einer makellosen Figur - eine Prinzessin eben.

Ob Sie ein „Untertan” der Catterfeld sind, lässt sich einfach testen: Können Sie die Lieder „Glaub an mich”, „Ich glaub an dich”, „Für dich” und „Ich halt dich” dem jeweiligen Album zuordnen? Nicht? Kein Problem, gehen Sie zu ihrer kleinen Tochter. Die kann das.

Dementsprechend glücklich waren alle Töchter, die auf den Schultern ihrer Väter die Prinzessin einmal aus der Nähe sehen konnten. Yvonne Catterfeld erfreute ihre Untertanen mit grundsolider Arbeit.

Ob sie damit auf Dauer glücklich wird, darf bezweifelt werden. Denn das Lied, bei dem sie am meisten aus sich herausging und einen Eindruck ihrer unbestritten guten Stimme hinterließ, war nicht ihr eigenes, sondern von Beyoncé Knowles (Crazy in Love).

So scheint in der Catterfeld durchaus der Ehrgeiz zu schlummern, sich mit der 1. Liga des RnB-Genres zu messen. Mit ihrem heutigen Mainstream-Maus-Image wird sie dahin gewiss nie aufsteigen. Für ihren Fanclub braucht sie das auch nicht.

Rock im Regen

Vorbands gab es auch. Will man höflich bleiben, kann man zu Brosis nur sagen, dass das Potenzial der Band nicht ausreichte, um 3000 Zuschauer, die bereits seit einer Stunde im strömenden Regen standen, in Wallung zu bringen.

Potenzial, das die zweite Vorband, Krypteria, durchaus hat. Doch mal ganz ehrlich: Wer gekommen ist, um Märchenprinzessin Catterfeld zu sehen, wird sich wohl kaum mit Rockmonstern anfreunden.


Bilder vom Konzert