1. Kultur

"Schöne neue Welt" bleibt

"Schöne neue Welt" bleibt

Kommern (an-o/azu) - Die Geschichte der rheinischen Aussiedler, die seit dem 17. Jahrhundert nach Amerika aufbrachen, fasziniert das Publikum. Die Ausstellung "Schöne neue Welt" im Freilichtmuseum Kommern ist nun zur Dauereinrichtung geworden.

Die Ratten sind noch das Beruhigendste an Bord, denn solange sie da sind, geht wenigstens das Schiff nicht unter. Die Migration beginnt mit der Reise über den großen Teich; eine Seefahrt, die oft alles andere als lustig war. Doch für Freiheit und etwas Wohlstand nahmen die Rheinländer einiges in Kauf. Die Mühen der Reise, die Ankunft in Amerika und auch die Streitigkeiten ums Land werden dem Besucher durch szenische Nachstellung der Lebensgeschichte von Johannes Herbergs näher gebracht.

Um das Erbe seiner 1683 emigrierten Krefelder Vorfahren anzutreten, reiste er 1764 nach Germantown in Pennsylvania. Sein detailliertes Tagebuch bildet die Grundlage der Ausstellung, die bislang bereits 250.000 Menschen nach Kommern gezogen hat. Bei ihrer Ankunft waren die Rheinländer - so scheint es - alles andere als scheu, ihre Kultur in der Neuen Welt zu positionieren. Davon zeugt nicht allein der Name Germantown, noch heute können Urlauber ihr Bier in rheinischem Dialekt ordern. Die Ausstellung im Freilichtmuseum Kommern (Kreis Euskirchen) ist täglich bis 31. März 10-16, ab 1. April von 9 - 18 Uhr zu sehen. Eintritt kostet für Erwachsene 5,50 Euro, Kinder ab sechs Jahren und Jugendliche 2 Euro, Familienkarte 11 Euro. Infos unter Telefon 02443 6176 und 02443 9980131.