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Berlin/Hamburg: Schnoddrig-frech und wie immer nah am Puls der jungen Leser

Berlin/Hamburg : Schnoddrig-frech und wie immer nah am Puls der jungen Leser

Mit ihrem wirrem Blondhaar, den Sommersprossen und der kräftigen Stupsnase sieht sie aus wie ein Kind aus Bullerbü, das gerade einen Sommer auf Saltkrokan verbracht hat.

Tatsächlich ist Alexa Hennig von Lange schon über Dreißig und hat selbst zwei kleine Kinder.

Etwas Kindliches haftet ihr dennoch an. Sie fragt noch immer, was für Kinder so typisch ist - oder sein sollte: „Warum ist das so?” Bis Alexa Hennig von Lange begriff, was sie wollte, dauert nicht sehr lange.

Mit acht Jahren begann sie zu schreiben, fünf Jahre später, 1986, gewinnt die 13-Jährige den NDR-Schreibwettbewerb „Kinder schreiben für Kinder” und weiß: Ich will Schriftstellerin werden.

Als der Durchbruch für die gebürtige Hanoveranerin kommt, lebt sie in München und moderiert dort die Kindersendung „BimBamBino”.

Ihr erster Roman „Relax” (1997) trifft den Nerv der 1990er „zwischen Existenzängsten, Drogen, Freundschaften” und wird zum Bestseller. Es folgen „Ich bins” (1997), „Ich habe einfach Glück” (2001), „Lelle” (2002) und „Woher ich komme” (2003).

Alexa Hennig von Lange, 2002 für „Ich habe einfach Glück” mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet, gilt heute als eine der talentiertesten Autorinnen ihrer Generation.

Lelle im Mittelpunkt

Ihre Bücher handeln von Heranwachsenden, von Kindern oder Erwachsenen, die auf der Suche nach ihrer (verlorenen) Kindheit sind. Nun hat Alexa Hennig von Lange mit „Erste Liebe” ihr sechstes Buch vorgelegt, ein siebtes („Mira reicht´s”) wird im November folgen.

Im Mittelpunkt steht wieder Lelle, der in „Ich habe einfach Glück” ein Happy-End mit Arthur zu winken schien. Nun ist Arthur in Afrika und Lelle allein, wirklich allein, denn sie ist von zu Hause ausgezogen und lebt in einem leerstehenden Teil von Vaters Büro.

Noch immer raucht Lelle zuviel und isst zu wenig, bekriegt sich mit ihrer zwei Jahre älteren Schwester Cotsch. Wieder einmal trifft Alexa Hennig von Lange genau den schnoddrig-frechen Ton, in dem man sich ausdrückt, wenn man viel cooler sein will, als man tatsächlich ist. Hier schreibt eine, die ihre Pubertät nicht vergessen hat.

Kinder, die zwischen 10 und 13 Jahren alt sind und gerne Geschichten schreiben, können jetzt an einem Schreibwettbewerb teilnehmen, den der Rowohlt Verlag gemeinsam mit dem Verein „Deutschland liest vor e.V.” und einer Hamburger Bank ins Leben gerufen hat. Bewerben kann man sich bis zum 15. Oktober.

Das Thema lautet „Ich”, die Geschichte darf nicht länger als 1800 Anschläge sein und kann direkt auf der Rowohlt-Online-Seite http://www.fuxx-online.de eingegeben werden.

Die Autorin wertet alle Geschichten aus, die 20 besten gewinnen einen Schreibworkshop mit Alexa Hennig von Lange am 20. und 21. November in Hamburg. Anschließend gehen die Gewinnergeschichten auf eine Wanderausstellung.

Alexa Hennig von Lange: Erste Liebe. Rowohlt Verlag, Berlin 2004. 158 Seiten, 14, 90 Euro