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Aachen: Schnitzelprüfer ziehen durch die Provinz

Aachen : Schnitzelprüfer ziehen durch die Provinz

„Ein Wunderwerk des komischen Schreckens” ist der Untertitel von „Indien”, der Gastro-Tragiko-Komödie, wie die Autoren Josef Hader und Alfred Dorfer ihr Werk bezeichnen.

Die beiden Österreicher, auch als Kabarettisten wohlbekannt, offenbaren in ihrem Stück Freud und Leid zweier Hotellerie- und Gastronomie-Tester, die durch die Provinz ziehen.

Der aus Berlin stammende Schauspieler Jens Wachholz, der auch am Theater Aachen und am Grenzlandtheater verschiedene Rollen übernahm, zeigt im Theater K eine im Wortsinne „eigene” Produktion. Wachholz, Thomas Kornack aus Leipzig und Heinz Harth aus Frankfurt/Main riefen gemeinsam ihr Theater 2011 aus und erarbeiteten eine Spielfassung von „Indien”. Das im Stück übrigens gar nicht vorkommt - der Subkontinent dient nur als Folie für unerfüllbare Träume. Bereits die erste Szene überzeugt: Das Foyer Rouge im Theater K präsentiert eine eher schäbige Wirtshausstube und den mampfenden Tester Bösel, der gerade ein Schnitzel „prüft”.

Zu dem übergewichtigen „Proleten” stößt sein Kollege Fellner. Bösel und Fellner sollen gemeinsam durch die Provinz reisen, können sich aber auf Anhieb nicht leiden. Muntere Schlagermusik, kongenial komponiert von Eric Kießling, begleitet die episodischen Szenen. Neue Gasthäuser, andere Wirte (immer glänzend: Heinz Harth) und natürlich die Einsamkeit bringen die beiden grundverschiedenen Männer dann doch zusammen.

Empfindlich und ein Klugschnacker ist Fellner (Jens Wachholz), derb und ehrlich gibt sich Bösel (Thomas Kornack). Der Austausch über Frauen, Brandschutztüren, Ängste und Ansichten, mal recht herb, mal herrlich kurios wie bei Karl Valentin abgelauscht, reizt zum Lachen. Weitere Aufführungen: am 11. und 12. März (jeweils 20 Uhr) sowie am 13. März (18 Uhr) im Theater K , Ludwigsallee 139. 0241/151155.