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Sahne im Bett und Glibber in der Wanne

Sahne im Bett und Glibber in der Wanne

Euregio (an-o/azu) - Sahnehäubchen in den Kissen, Wasserbecher im Eingang und der Gummibaum hat ein humusreiches Zuhause in der Klosettschüssel gefunden. Irgendwann muss der schönste Tag im Leben mal enden, glauben Freunde und bereiten frisch Vermählten Überraschungen.

Vermutlich glauben Bekannte, dass sich das Brautpaar besser auf die unweigerlich nahenden Hochs und Tiefs des Ehealltags einlassen kann, wenn es vorher genügend abgehärtet ist. Zum Training gehört alles, was Freunde und Verwandte sich an "Liebenswürdigkeiten" ausdenkt. Wer selbst keine zündende Idee hat, kann sich bei Bekannten umhören oder wird im Internet fündig - dort wimmelt es nur so von Gemeinheiten.

Was gemein und was noch lustig ist, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen: "Die Folgen der Streiche dürfen dem Paar durchaus ein wenig lästig sein", heißt es bei traumpaare.de. confettiwelt.de hingegen rät, dem Paar nahe stehende Personen ins Vertrauen zu ziehen, um abzuklären, wie viel Humor eine Hochzeit verträgt. Das Beispiel, von der mit Frischhaltefolie beklebten Toilette dürfte nicht bei jedem Lachtränen verursachen. Der Erfahrungsbericht einer jungen Braut: "Wenn das Klo unter der Brille mit Klarsichtfolie verklebt ist, fällt das im ersten Moment gar nicht auf. Erst dann, wenn das Plätschern komisch klingt".

Ein flüssiges Geräusch kann auch darauf hinweisen, dass ein paar von den mit Wasser gefüllten Bechern umgefallen sind, die das Treppenhaus und den Zugang zum Schlafzimmer verwehren. Dabei dürfte die Lustigkeit dieses Streichs vom Untergrund abhängen. Parkettbesitzer sind da grundsätzlich humorloser als Eigner von Fliesenbelag.

Eine vorbehaltlos schöne Idee ist auch die Götterspeise in der Duschwanne. (Stöpsel reinstecken und Löffel neben der Wanne nicht vergessen). Schade dabei ist nur, dass die Freunde nicht sehen können, wie der Bräutigam nach Fest und Nacht mit den Füßen im Waldmeister-Glibber steckt.

Küche als Tatort

Wer Langeweile zwischen Verheirateten schon beim ersten Frühstück im Keim ersticken will, sollte die Küche als Tatort wählen. Zucker und Salz vertauschen, Kaffeemehl durch benutztes und wieder getrocknetes ersetzen, Etiketten von Konserven entfernen oder einen angeschnittenen Stinkkäse verstecken. Viele wählen aber auch das Bett als Ort der Orte. Darin lassen sich Erbsen, unechte Spinnen oder Schlangen schmuggeln. Dass die Spaßvögel dabei das Pubertätsniveau verlassen, und sich der infantilen Phase annähern, scheint viele nicht zu kratzen.

Automatisches Wecken

Langschläfern ist Kindisches allemal lieber als der automatische Weckdienst in mehreren Variationen. Im ersten Fall werden zehn Wecker versteckt, die im halbstündigen Takt klingeln. Die müssen erst gesucht und anschließend unschädlich gemacht werden.

Bei der Variante zwei schalten liebe Freunde eine Anzeige in der Presse, beispielsweise ein Autoverkaufsangebot mit der Telefonnummer des Paares und dem Hinweis: ab 6 Uhr erreichbar. Wem das nicht reicht, der kann auch einen Sensor im Bett befestigen. Sobald sich einer der beiden ins Bett legen möchte, wird eine Alarmsirene ausgelöst. Wie man solch Ungemach vermeiden kann? Ganz einfach, indem man nur auf solche Hochzeiten geht, auf die man von anderen eingeladen wurde.