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Aachen: RWTH verabschiedet ihren „Abwasser-Papst”

Aachen : RWTH verabschiedet ihren „Abwasser-Papst”

Allein das Defilé dauerte 20 Minuten. Nachdem Max Dohmann rund 350 Hände geschüttelt hatte, durfte er sich endlich zurücklehnen, um in der Rede des Rektors der RWTH gleich drei Mal zu hören, dass er eine „extrem erfolgreiche Laufbahn” hinter sich gebracht habe.

„Wo man auch hinkam in der Welt, Dohmann war schon da” spielte Rauhut auch auf die nicht minder extreme forscherische Reisetätigkeit des Emeritus, vor allem nach China, an.

Am Montag nun wurde der weltweit bekannte „Abwasser-” oder auch „Müll-Papst” Professor Dohmann (65) in der Aula der Hochschule in den Ruhestand verabschiedet. Sogar Umweltministerin Bärbel Höhn hielt eine Rede. Seit 1987 hatte Dohmann den Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft inne und leitete dieses, sowie zwei weitere von ihm im Laufe der Zeit an der RWTH gegründete Institute.

Viele Drittmittel eingeworben

Äußerst erfolgreich auch im Einwerben von Drittmitteln, wurden nach Dohmanns Ideen auch etliche Abwasser-Reinigungsanlagen nicht nur in Deutschland gebaut. Und das bedeutendste Kolloquium der Branche, die seit 1988 jährlichen Essener Tagungen für Wasser- und Abfallwirtschaft wurden von Dohmann initiiert.

Sein Nachfolger Johannes Pinnekamp (49) hatte an der RWTH studiert und war nach langer Tätigkeit in der Abwasser-Industrie zuletzt Professor im Institut für Siedlungswasserwirtschaft an der Universität Stuttgart.