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Gelsenkirchen/Duisburg: RuhrTriennale sorgt für neues Publikum

Gelsenkirchen/Duisburg : RuhrTriennale sorgt für neues Publikum

Das neue Kulturfestival RuhrTriennale ist nach Auffassung seines künstlerischen Leiters Gerard Mortier „dabei, ein neues Publikum zu kreieren”.

Dies sagte der prominente Intendant zum Abschluss der sechswöchigen ersten Festival-Saison. Dieses Publikum sei neugierig auf die unkonventionelle Aufführung eines Programms aus Theater, Oper und Konzert in unkonventioneller Inszenierung an ungewöhnlichen Orten, den ausgedienten Industriegebäuden an der Ruhr.

Die erste Spielzeit der Triennale war am Sonntagabend mit der von rund 1000 Zuhörern beklatschten Aufführung von Mozarts „Requiem” und Arnold Schönbergs „Die Jakobsleiter” in einer riesigen Duisburger Industriehalle zu Ende gegangen.

Zu hören war das Deutsche Symphonie- Orchester (Berlin) unter seinem Star-Dirigenten Kent Nagano. Insgesamt hatten rund 28 000 Theater- und Musikliebhaber die über 80 Triennale-Aufführungen der ersten Saison in einem Dutzend alter Industriebauten gesehen.

Die Zahlen lagen damit leicht hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Dennoch habe das Festival „etwas aufgebaut, was man nicht einfach wegwischen kann”, meinte Gerard Mortier.

Nach Auffassung des nordrhein-westfälischen Kulturministers Michael Vesper (Grüne) sei „das Konzept der Triennale aufgegangen”. Mortier, als weltweit gefragter Gründungs-Leiter des Festivals, habe sich bewusst dafür entschieden, sich im Ruhrgebiet „in ein ungemachtes Bett zu legen, das er erst noch zimmern musste”.

Namensnennungen zur Nachfolge Mortiers, der nach Ende seines Triennale-Vertrages „unverständlicherweise” als Intendant an die Pariser Oper gehen werde, sind nach Aussagen Vespers „reine Spekulationen”.

Die zweite Spielzeit der RuhrTriennale beginnt am 30. April des kommenden Jahres. Mit einer Sommerpause läuft sie bis zum 12. Oktober. Für diese Zeit stehen nach Angaben eines Festspielsprechers noch immer bis zu 100 000 Eintrittskarten zur Verfügung.