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Verwirrung um „Young Fathers“: Ruhrtriennale endet mit kubanisch-europäischem Orchester-Konzert

Verwirrung um „Young Fathers“ : Ruhrtriennale endet mit kubanisch-europäischem Orchester-Konzert

Mit einem großen Orchester-Konzert internationaler Musikstudenten auf der Essener Zeche Zolleverein geht am Sonntag die Ruhrtriennale 2018 zu Ende.

Für das transatlantische Musikprojekt „Cuban-European Youth Academy“ arbeiten mehr als 80 europäische und kubanische Musikerinnen unter Leitung des Dirigenten Thomas Hengelbrook zusammen. Konzerte gaben sie bereits im kubanischen Havanna aber auch in Wiesbaden und Berlin.

Für die Ruhrtriennale haben die Instrumentalisten und Komponisten zwei Wochen öffentlich in Dortmund geprobt und das Konzert mit dem Titel „Aufbruch“ erarbeitet. Es enthält ein neues Werk der in Havanna geborenen Geigerin und Komponistin Jenny Peña Campo und die Uraufführung eines zeitgenössischen Marien-Oratoriums des deutschen Komponisten Jan Müller-Wieland. Insgesamt besuchten 2018 mehr als 60.000 Menschen das sechswöchige Festival mit seinen großen Musiktheater-Produktionen, Konzerten und Installationen, die auf ehemaligen Industrieanlagen zu sehen waren.

Die erste Saison der Ruhrtriennale unter der Leitung von Stefanie Carp war überschattet worden von Diskussionen um den Umgang der Intendantin mit einer israelkritischen Band. Sie hatte mit der Ein-, Aus- und Wiedereinladung der Gruppe „Young Fathers“ für Irritationen gesorgt. Die Band steht der BDS-Bewegung nahe, die sich für den Boykott Israels einsetzt. In einer vorgezogenen Aufsichtsratssitzung soll über den Fall und die Zukunft der Intendantin beraten werden. Carp sieht bislang keinen Anlass, die Fortsetzung ihrer Arbeit auch in den folgenden zwei Ruhrtriennale-Jahren in Frage zu stellen, betonte sie zuletzt.

(dpa)