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Aachen: Rufus Zuphall: 40 Jahre und kein bisschen leise

Aachen : Rufus Zuphall: 40 Jahre und kein bisschen leise

Es war wie eine große Geburtstagsfete mit echter Wiedersehensfreude. 40 Jahre nach der Gründung hatten die Aachener Art-Rocker Rufus Zuphall auf den Katschhof eingeladen, Eintritt natürlich frei - und alle Freunde kamen.

Annähernd 3000 Zuhörer feierten die nach wie vor bekannteste Band aus Aachen am Ende eines guten Konzertes im Rahmen des September Specials in der Innenstadt mit lang anhaltendem Beifall.

Zuvor hatten die Mannen um Bandleader Günter Krause einen fast zweistündigen Querschnitt aus ihrer langen Schaffenszeit präsentiert. Von 1969 bis 1972 sorgten die Aachener mit ihrer unverwechselbaren Mischung aus rockigen, bluesigen, progressiven und klassischen Elementen bundesweit für Furore. Eben aus dieser Zeit standen noch drei Ur-Mitglieder auf der Bühne: der exzellente Gitarrist Krause, der vor Elan sprühende Flötist Klaus Gülden und der auch bestens aufgelegte Bassist Helmut Lieblang.

Getrieben von dem energiegeladenen Schlagzeuger Roland Hegel lieferte das Quintett den Beweis ab, dass auch ihre alten Stücke keineswegs angestaubt sind, sondern wie fein polierte kleine Diamanten glitzern. Vor allem Organist Gero Körner erhielt desöfteren Szenenapplaus. Er entlockte seiner Hammond Klänge und Läufe, die an den jungen Keith Emerson erinnerten. So verleugnete Rufus Zuphall auch nicht die musikalische Nähe zu alten Helden wie The Nice, King Crimson, Jethro Tull und Focus.

Vor allem instrumental überzeugten die Lokalmatadoren und ließen ihrer Improvisationskunst freien Lauf. Als besonderen Gast feierte das Publikum auch Jupp Ebert, der mit seiner Joe Cocker ähnlichen Stimme eine Ballade und einen viel umjubelten Blues beisteuerte.