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Aachen: Rosen auf die Rampe: Udo Jürgens verzückt im Eurogress

Aachen : Rosen auf die Rampe: Udo Jürgens verzückt im Eurogress

Zwölf Minuten lang musste das Publikum im ausverkauften Europasaal des Eurogress mit prickelnder Ungeduld auf den Beginn des Udo-Jürgens-Konzerts warten.

Durch die gerade erfolgte Eröffnung des Weihnachtsmarktes staute sich der Verkehr vor dem Parkhaus, viele mussten auf andere Parkplätze ausweichen.

Noch lag die Bühne im Dunkeln, aus dem Hintergrund erklangen, auf dem gläsernen Flügel gespielt, die Megahits des Künstlers. Dann, aufbrausender Jubel, als Udo Jürgens allein im Lichterkegel erschien und sein „Schau mir ins Gesicht” anstimmte.

Ein Leichtes war das auch für diejenigen in den hinteren Reihen, war doch das Gesicht des Künstlers mehrfach während des Konzertverlaufs auf Großleinwand zu sehen.

Ein transparenter Vorhang hob sich, gab den Blick frei auf das Orchester Pepe Lienhard, mit dem Jürgens seit 26 Jahren tourt.

„Willkommen hier, im Raum der Träume” und „Ich kann im Sturm zur Sonne fliegen” verrieten einen nach wie vor kraftvollen, dynamischen, optimistischen Komponisten und Interpreten, der mit galanter Nonchalance das Konzertprogramm moderierte.

„Wunderbare Erinnerungen und Stunden verbinden mich mit Aachen”, plauderte er, erinnerte an seine 47 Konzerte in dieser Stadt. Längst fühle er sich auch im Eurogress wie im „Wohnzimmer seines Freundes Hubert Geulen”, fügte er unter Beifall hinzu.

Wie immer ein Wechselbad der Gefühle

Die Liederfolge wurde wie immer bei Jürgens zu einem Wechselbad der Gefühle. Nicht nur romantische Zärtlichkeit und ein Schweben auf den Träumen der Sehnsucht faszinierte die Zuhörer. Nein, der Künstler zeigte sich in seinen Liedern auch als Philosoph und Kämpfertyp.

So lösten sein Bekenntnis „Ich bin dafür” und „Eine Hand ist keine Faust” brandenden Beifall aus. Die ersten Fans reichten Rosen empor, um später in Scharen zur Bühnenrampe zu drängen.

Unüberhörbar ist bei seinen neuesten Liedern einerseits verstärkte Dynamik und Rhythmusbetonung, andereseits ungebrochene Größe, Dramatik und Lebenserfahrung.

„Schöne Grüße aus der Hölle”, „Alles, was gut tut”, „Mach dir deine Welt” und „Es lebe das Laster” rissen die Zuhörer von den Stühlen, lösten orkanartige Begeisterung aus. Feuerzeuge wurden geschwenkt, Hände streckten sich ihm entgegen. Ovationen, Jubel, Zugaben...

Für das von der AZ präsentierte Udo-Jürgens-Zusatzkonzert am 28. Januar im Aachener Eurogress gibt es noch wenige Karten, und zwar nur beim Saaltheater Geulen, 0241/551250.