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Roermond: Justiz vereitelt Auftragsmorde

Roermond: Justiz vereitelt Auftragsmorde

Roermond (an-o/hele) - Durch die Festnahme eines 59-jährigen hat die niederländische Justiz nach ihrer Darstellung den Auftragsmord an einem Staatsanwalt in Roermond und einem Sonderermittler der Kripo in Eindhoven verhindert. Der Festgenommene hingen behauptet seine Unschuld.

Dies teilte sein Anwalt gestern niederländischen Medien mit. Auf die Spur des 59-jährigen Harrie D. aus Brabant, der hauptsächlich in Dresden lebt und dort versucht haben soll, Auftragskiller anzuwerben, war die Justiz Ende Oktober durch einen "seriösen" Hinweis gekommen, über dessen Quelle sie sich aber "aus ermittlungstaktischen Gründen" ausschweigt. Genau so wie über das Motiv oder etwaige Komplizen.

Seit dem Hinweis waren Staatsanwalt Paul van Hilten und Kripobeamter Fons Wijers aus Sicherheitsgründen untergetaucht. Sie und ihre Familien standen unter Polizeibewachung. Musste van Hilten Gerichtstermine in Roermond wahrnehmen, war das Gerichtsgebäude extra gesichert.

Der nächtliche Zugriff auf der Autobahn A67 bei Venlo war mit den deutschen Kollegen vorbereitet. Durch die monatelange Bewachung war bekannt, dass Harrie D. oft zu Geschäfts- und Privatbesuchen in die Niederlande reiste. Ein deutsches Fahnderteam folgte ihm jetzt, als er mit mit einem Durchschnittstempo von 200 Stundenkilometern in Richtung Venlo raste. Dort schnappte um 2.30 Uhr die Falle zu. Bewaffnete Beamte klemmten das Fahrzeug ein und stoppten es. Harrie D. ließ sich widerstandslos festnehmen. Er wird bei der Polizei Eindhoven verhört.

Zwei ähnliche Fälle

Nach niederländischen Medienberichten ist der Festgenommene nicht wegen Gewaltdelikten vorbestraft, allerdings in Belgien, Deutschland und den Niederlanden durch Eigentumsdelikte wiederholt in Erscheinung getreten. Schon 1998 sollte ein Staatsanwalt aus Roermond ermordet werden. Der Anstifter musste für sieben Jahre hinter Gitter. Und erst im September dieses Jahres wurde ein Anschlag Krimineller auf einen Staatsanwalt in Amsterdam verhindert.