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Kairo: Roboter findet Hohlraum in der Cheops-Pyramide

Kairo : Roboter findet Hohlraum in der Cheops-Pyramide

Mit Hilfe einer Roboter-Miniaturkamera sind in der Cheops-Pyramide von Gizeh ein bislang unbekannter 45 Zentimeter tiefer Hohlraum und eine versiegelte Tür entdeckt worden.

Hobbyarchäologen dürften zwar enttäuscht sein, dass die Forscher am Ende des Südschachts der so genannten Königinnenkammer keinen goldenen Sarkophag gefunden haben, die Wissenschaftler vor Ort zeigten sich mit ihrem Ergebnis dagegen sehr zufrieden.

„Dies ist ein sehr wichtiger Fund”, sagte der ägyptische Chefarchäologe Zahi Hawwas aufgeregt, als er am Dienstag vor die Presse trat.

Deutsche Ägyptologen kritisierten die weltweit live im Fernsehen übertragene Untersuchung der Pyramide und sprachen von einem „hochgepushten Medienflop”. Die Entdeckung sei eine „Luftnummer”, sagte der Leipziger Ägyptologe Frank Steinmann.

Der Direktor des Ägyptischen Museums in Berlin, Dietrich Wildung, meinte, die wissenschaftlichen Erkenntnisse seien minimal.

Zahi Hawwas und die Forscher von „National Geographic” hatten die Kamera auf eine zweistündige Reise durch einen nur 20 mal 20 Zentimeter weiten Schacht geschickt, der in der Königinnenkammer beginnt und - wie der deutsche Ingenieur Rudolf Gantenbrink 1993 festgestellt hatte - nach 60 Metern mit einer Kalksteinplatte verschlossen ist, auf der zwei Kupfergriffe angebracht sind.

Damit die Forscher und die Fernsehzuschauer in 141 Ländern live miterleben konnten, wie die Kamera durch das Loch kriecht und die ersten Bilder von dem liefert, was dahinter liegt, hatte der Roboter zuvor bereits ein kleines Loch in die Platte gebohrt.

Figuren auf einer weiteren Tür?

Um fünf Uhr morgens war es schließlich so weit. Die winzige Kamera zeigte, dass sich hinter der Kupfergriff-Tür ein kleiner Hohlraum und noch eine weitere türähnliche Steinplatte verbirgt.

Auf ihrer Oberfläche glaubte Zahi Hawwas, Figuren erkennen zu können. Ob der Pharao Cheops (ca. 2600-2580 v. Chr.) hinter dieser Tür etwas verbergen ließ, kann derzeit niemand mit Bestimmtheit sagen. Ob und wann die zweite Tür untersucht werden soll, ist noch nicht entschieden.

Um den Zuschauern am Bildschirm noch einen Nervenkitzel zu bieten, hatte Hawwas außerdem erstmals den Deckel eines 4500 Jahre alten Sarkophags geöffnet.

Darin fand er allerdings keine Mumie, sondern das Skelett eines Mannes. Hawwas glaubt, dass es sich um die sterblichen Überreste eines hohen Beamten aus der Zeit des Pyramidenbaus handelt.