Düsseldorf: „Rheingold” präsentiert Querschnitt der zeitgenössischen Kunst

Düsseldorf: „Rheingold” präsentiert Querschnitt der zeitgenössischen Kunst

Zu ihrem zehnjährigen Bestehen breitet die private rheinische Kunstsammlung „Rheingold” ihre Schätze zeitgenössischer Kunst vor der Öffentlichkeit aus. Von Freitag bis zum 25. November sind unter dem Motto „Juwelen im Rheingold” über 100 Werke von 35 weltbekannten Künstlern in der Kunsthalle Düsseldorf zu sehen.

Die Namen lesen sich wie das „Whos who” der Kunst seit 1945 und reichen von Joseph Beuys über Marcel Broodthaers und James Lee Byars bis zu Martin Kippenberger, Sigmar Polke, Rosemarie Trockel und Neo Rauch. Auch berühmte Fotografen wie Thomas Ruff, Thomas Struth und Candida Höfer sind mit Werken in der Sammlung vertreten.

Zeitgleich wird auch in anderen rheinischen Museen das „Rheingold”-Jubiläum mit Ausstellungen gefeiert. Das Museum für Gegenwartskunst in Siegen zeigt ab dem 7. Oktober Fotografien aus der Sammlung, das Museum Abteiberg in Mönchengladbach widmet ab Sonntag dem Kinetik-Künstler Andreas Siekmann eine Schau und zeigt erstmals seine Karussellinstallation. Das Museum Ludwig in Köln präsentiert von Samstag an Film- und Videoarbeiten aus der Kollektion.

Die sechs „Rheingold”-Sammler, zu denen die vier Unternehmer-Brüder Viehof gehören, erwerben in Kooperation mit Museen mehrmals im Jahr Werkgruppen zeitgenössischer Künstler und wollen damit auch die rheinische Kunstszene fördern. Die ständig wachsende Sammlung umfasst inzwischen über 700 Werke.

Seit einigen Jahren ist die bedeutende Kölner Sammlung Speck mit Kunst seit 1945 in die Kollektion integriert. In der Düsseldorfer Jubiläumsausstellung ist ein Raum speziell diesem Sammlungsteil gewidmet. Dazu gehören Werke von Beuys wie die frühe Bronzeskulptur „Jungfrau” (1949) oder sein Documenta-Beitrag von 1972 - gelbe Schilder mit den Aufschriften „Dürer, ich führe persönlich Baader + Meinhof durch die Documenta”.

In der Ausstellung korrespondieren die Arbeiten miteinander - etwa das graue begehbare graue Bodenrelief von Carl André mit der gestrickten Antwort von Rosemarie Trockel. In einem anderen Saal hängen bunte großformatige Bilder unter anderem von Neo Rauch, Joanne Greenbaum, Jörg Immendorff und Kippenberger - in einer „das wilde Denken anregenden Zusammenstellung”, wie der Direktor der Kunsthalle, Gregor Jansen, sagt.