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Eupen: Reizvolle Klänge zu sehr persönlichen Gedichten

Eupen : Reizvolle Klänge zu sehr persönlichen Gedichten

Die Kammerkonzerte im Schloss Libermé bei Eupen erfreuen sich dank der Initiative des gegenwärtigen Schlossherrn grosser Beliebtheit trotz der vor allem für Klaviermusik nicht idealen Bedingungen.

Das jüngste dieser Schlosskonzerte sah als Mitwirkende neben dem von seiner Aachener Zeit her bekannten Bariton Florian Prey die als Konzertpianistin wie Pädagogin nicht minder bewährte Ulla Graf. Und das Besondere: Der Aachener Komponist und Hochschulprofessor Herbert Nobis hatte zu Gedichten von Sabine Rother fünf Lieder geschrieben, die in diesem Rahmen zur Uraufführung gelangten. Florian Prey bot außerdem Lieder von Mozart, Schubert und als Hauptwerk Schumanns Zyklus „Dichterliebe” nach Heine.

Prey ist ein Liedgestalter, der sich nicht vor die Musik drängt, diese selbst sprechen lässt, frei von jeder Affektiertheit des Vortrags, dabei singtechnisch absolut souverän. Das kam nicht nur Mozart und Schubert zugute, sondern vor allem dem bekanntlich gestalterisch heiklen Schumann-Zyklus. Die Balance von Schumanns schwärmerischer Romantik und Heines Doppelbödigkeit ist ist ein Problem für sich.

Die so schlichte wie eindrucksvolle Art, in der Prey es löste, war aller Hochachtung wert. Ulla Graf assistierte ihm so einfühlsam wie energisch zupackend und mitgestaltend, weit über bloßes „Begleiten” hinaus. Die Lieder von Herbert Nobis verbinden Sanglichkeit der Gesangslinie mit fein ausgehörter, sich in freitonalen, motivisch gebundenen Klängen ergehendem Klavierpart.

Dem Stimmungsgehalt der sehr persönlichen Gedichte von Sabine Rother geht die Musik so subtil wie mit reizvoller Klanglichkeit nach. Man hätte die Lieder am liebsten noch einmal gehört, zumal leider die Texte dem Programm nicht beigegeben waren und die Textverständlichkeit zu wünschen übrig ließ, was nicht schuld des sehr klar artikulierenden Sängers war. Ein schöner, eindrucksvoller Abend, am Ende mit viel Beifall bedacht