Reinhard Kleist und seine Graphic Novel

Der Zeichner Reinhard Kleist erzählt am Montag in Aachen über seine Kunst : Leselust mit Comics wecken

Wenn es darum geht, Jugendliche für die Lektüre von Büchern zu gewinnen, bilden Comics oder – in Buchform – Graphic Novels einen guten Einstieg. Die Hemmschwelle ist für manche jedenfalls niedriger als beim Roman. Andererseits hat sich die Graphic Novel als eigenständige Literaturform längst etabliert.

Der mehrfach ausgezeichnete Berliner Grafikdesigner und Zeichner Reinhard Kleist wird am kommenden Montag, 1. Juli, ab 19.30 Uhr in Aachen über seine künstlerische Arbeit berichten. Der Bundesverband Leseförderung und die Sparkasse Aachen laden dazu ein in den Raum für Kunst in Aachen, Friedrich-Wilhelm-Platz 5-6 (Eingang durch die Elisengalerie); der Eintritt ist frei.

Wegen des begrenzten Platzangebots wird um Anmeldung gebeten unter: manuela.hantschel@
bundesverband-lesefoerderung.de. Kleist wird zeichnen und anhand von Skizzen, Fotos und Dokumentationsmaterial von seiner Recherchearbeit zu seinem Buch „Der Traum von Olympia“ erzählen (Reinhard Kleist: Der Traum von Olympia – Die Geschichte von Samia Yusuf Omar. 160 Seiten, 17,90 Euro; Paperback 10,99 Euro. Carlsen Verlag).


Tragisches Ende einer Flucht


Diese authentische Geschichte handelt von der somalischen Läuferin Samia Yusuf Omar, die 2008 an den Olympischen Spielen in Peking teilnahm. Als sie in ihrer Heimat von islamistischen Extremisten, die Frauensport ablehnen, bedroht wurde, flüchtete sie Richtung Europa – in der Hoffnung, bei Olympia 2012 in London wieder antreten zu können. Im selben Jahr ertrank sie vor der Küste Maltas im Mittelmeer.


Analog und digital


Kleist erhielt für diese Graphic Novel unter anderem den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2016 und den Gustav-Heinemann-Friedenspreis 2016.

„Wir müssen lesen, um die Welt zu verstehen“, sagt Manuela Hantschel, die Vorsitzende des Bundesverbands Leseförderung, dem Buchhändler, Bibliothekare, Verlage, Autoren und Lesepaten angehören. „Lesen entwickelt die Persönlichkeit und die Empfindungsfähigkeit, schärft die Sinne und zeigt uns Lebensalternativen.“ Für das sogenannte informative Lesen seien Buch und Bildschirm gleichermaßen gut geeignet, sagt Hantschel unserer Zeitung. Das analoge sei dem digitalen Lesen aber bei längeren und literarischen Texten überlegen; das sei das Ergebnis einer Reihe von Untersuchungen der Neuroforschung. „Im klassischen Buch lese ich intensiver und lasse mich von einer Geschichte stärker berühren.“ Deshalb sei es verheerend, wenn man Kinder nur digital lesen lasse. (pep)

Mehr von Aachener Nachrichten