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Düsseldorf: Rechtsextreme Musik: Razzia auch in Aachen

Düsseldorf : Rechtsextreme Musik: Razzia auch in Aachen

Bei bundesweiten Ermittlungen gegen die Verbreitung rechtsextremer Musik im Internet hat die Polizei am Mittwoch in 16 nordrhein-westfälischen Städten zahlreiche Wohnungen durchsucht.

Nach Angaben des Düsseldorfer Landeskriminalamtes stellten die Fahnder in 81 Objekten umfangreiches Material sicher, darunter Computer, Notebooks, CDs und Disketten, die jetzt ausgewertet werden.

Unter anderem waren die Ermittler im Raum Aachen, in Bielefeld, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Gelsenkirchen, Köln, Krefeld und Münster tätig. Gegen die Verdächtigen wird wegen Volksverhetzung ermittelt. Die Razzia hatte das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden koordiniert.

341 Verdächtige

Die Staatsanwaltschaft Bonn hatte im Sommer vergangenen Jahres ihre Ermittlungen begonnen und dabei nach und nach 341 Verdächtige aus dem gesamten Bundesgebiet ins Visier genommen. Die Ermittlungsergebnisse seien jetzt an die örtlichen Polizei- und Justizbehörden weitergeleitet worden, berichtete die Bonner Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Der ermittelte Personenkreis soll über Internet-Tauschbörsen Musiktitel von deutschen Skinhead-Bands mit menschenverachtenden, rassistischen und zum Teil nationalsozialistischen Inhalten angeboten haben.

Die Justiz war aktiv geworden, nachdem BKA-Spezialisten im vergangenen Sommer bei einer so genannten "Schleppnetzfahndung" im Internet auf die Tauschbörsen mit der rechtsextremen Musik gestoßen waren.