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Aachen: Rasante Briten: Fin Walker im Ludwig Forum

Aachen : Rasante Briten: Fin Walker im Ludwig Forum

Einen packenden Abend erlebten die Besucher des Aachener Ludwig Forums.

Die Walker Dance & Park Music Company aus Großbritannien gab im Rahmen des Schrittmacher-Festivals ein Gastspiel.

Dass das innovative Gespann, bestehend aus der Choreografin Fin Walker und dem Komponisten Ben Parker, seit 1998 zur Spitze der britischen Tanzsene gehört, stellten sie im „Space” eindrucksvoll unter Beweis.

Streng und beängstigend schroff, jedoch ohne zu beschönigen, bewegt sich Walker in dem Solo „Moment to Moment” im blauen Neonlicht. Fast mechanisch kämpft sie sich von einem Moment ihres Lebens zum anderen, angetrieben - so scheint es - von einer fremden, höheren Macht. Wiederholt schlägt sie sich auf die Brust, atmet laut und hart zum Staccato von Parks Musik.

Das jüngste Werk „The Self” - eine Deutschland-Premiere - ist kein Selbstporträt, wie im Titel angedeutet, sondern ein Duett. Tänzerin Jenny Tattersall, gehüllt in einen transparenten, leichten Stoff, und ihre wechselnden Tanzpartner - Lee Clayden und Scott Smith - können nicht voneinander lassen.

Ihre Bewegungsabläufe wirken animalisch, zuweilen sogar roh und grob, getrieben von Lust, um dann für einen Moment zur Ruhe zu kommen.

Wirksam der Einsatz des Lichts: Die Schatten der zwei stolzen Partner, die sich erst voreinander aufbäumen, um sich dann dem anderen hinzugeben, erinnern in ihrer Leidenschaft und Bewegung an den argentinischen Tango.

Im letzten Stück „The 3 of Us” laufen die Tänzer der britischen Ausnahmekompanie noch einmal zur Hochform auf.

Zum spirituellen, fast meditativen Latein-Gesang von Gabriel Gottlieb und dem rhythmischen Hämmern der Percussions tragen Walker und ihre Kollegen Theo Clinkard, Lee Clayden, Antonia Grove und Scott Smith rasante und emotionale Gefechte vor punktuell eingesetzten Lichtmustern in aggressivem Rot aus.

Diese Verbindung stellt in sich schon eine explosive Mischung dar, die durch den temporeichen Tanz noch verstärkt wird.

Die Tänzer lösen sich in einer „Kettenreaktion” von einander ab und verdichten so nicht nur das Tempo, sondern auch die Intensität des Stückes und die Anspannung bei den Zuschauern. Kräftiger Applaus.