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Düsseldorf: Protestanten im Rheinland: Weniger Austritte und mehr Steuern

Düsseldorf : Protestanten im Rheinland: Weniger Austritte und mehr Steuern

Die geringste Zahl von Kirchen-Austritten seit gut 25 Jahren hatte die Evangelische Kirche im Rheinland 2006 zu verzeichnen. Insgesamt haben im vergangenen Jahr 13.630 Protestanten in den rheinischen Gemeinden zwischen Niederrhein und Saar ihrer Kirche den Rücken gekehrt.

Dies teilten Kirchenstatistiker am Montagabend in Düsseldorf mit. Damit halte ein seit 2004 beobachteter Trend des Rückgangs von Austritten weiter an. Von 1990 bis 2003 hatten durchschnittlich jährlich 25 000 Gläubige ihre Mitgliedschaft in der rheinischen Kirche aufgekündigt.

Die zweitgrößte deutsche Landeskirche hat laut Statistik derzeit 2,92 Millionen Mitglieder. Eingetreten seien 2006 gut 7400 Protestanten. Kirchlich beerdigt wurden im vergangenen Jahr im Bereich der rheinischen Kirche über 33 000 Gemeindemitglieder. Das waren laut Statistik fünf Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die Zahl der kirchlichen Trauungen zwischen evangelischen Partnern war mit 2333 Paaren nur um rund 200 Eheschließungen höher als zwischen „gemischten” katholischen und evangelischen Paaren.

Anhaltend sei ein Trend zu späteren Taufen: Mehr als ein Drittel der rund 20 000 Täuflinge sei 2006 bereits älter als ein Jahr gewesen. Über 1000 Jungen und Mädchen seien erst unmittelbar im Vorfeld ihrer Konfirmation getauft worden, ermittelten die rheinischen Kirchenstatistiker.

Die Evangelische Kirche im Rheinland schätzt für das zu Ende gehende Jahr mit einem Kirchensteuer-Aufkommen von etwa 560 Millionen Euro (2006: knapp 500 Millionen Euro). Vor allem die durch konjunkturelle Verbesserungen seit 2006 gestiegene Zahl sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze sei die Ursache „deutlicher Zuwächse”. Allerdings habe sich sich das Kirchensteuer- Wachstum im Laufe des Jahres 2007 abgeschwächt.