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Aachen: Protest mit dem Kreuz gegen Kündigung

Aachen : Protest mit dem Kreuz gegen Kündigung

„Die katholische Kirche im Bistum Aachen mit ihren vielen Gliederungen, Institutionen, Verbänden und Einrichtungen ist auf allen Ebenen durch Stellenabbau und damit verbundenen betriebsbedingten Kündigungen bedroht. Das macht uns betroffen und fordert uns heraus”,

Josef Meiers vom Sprecherkreis des ZAK (Zukunft Arbeitsplatz Kirche) brachte es auf den Punkt. Rund 500 Mitarbeiter in kirchlichen Diensten kamen am Freitagnachmittag auf den Aachener Katschhof.

Zum Kreuzweg der Arbeit kamen sie, aus allen Regionen des Bistums. Sie haben die Angst im Nacken. Weil dem Bistum durch die vorgezogene Steuerreform Einnahmeausfälle in der Höhe von 20 Millionen Euro drohen, sollen bald 150 Vollzeitarbeitsplätze abgebaut werden. 150 Vollzeitarbeitsplätze allein bei den Bistumseinrichtungen, das heißt, es können auch gut 100 Stellen mehr sein, denn im katholischen Dienst gibt es viele Teilzeitstellen.

Durch die Kürzung von Zuschüssen an die Verbände, Kirchengemeinden und selbstständigen Einrichtungen sind weitere Arbeitsplätze gefährdet. Den Betroffenen und deren Familien drohe der Verlust der Existenzgrundlage, rief Meiers den Versammelten zu. Den Kreuzweg der Arbeit sieht er als einen Gang der Hoffnung, weil ZAK der Bistumsleitung die Hand reichen wolle, um mit einem Bündnis für Arbeit und Beschäftigungssicherung an einer konstruktiven Problemlösung der Situation mitzuarbeiten. Unter anderem wird ZAK vom Aachener Regionaldekan Hans-Georg Schornstein unterstützt.

Vor der folgenden Demonstration, die die Organisatoren eher als Prozession empfanden, sprach Pfarrer Edmund Erlemann aus Mönchengladbach nach Meiers zu den Teilnehmern. „Wir stellen uns nicht gegen die Bistumsleitung, wir wollen die Armut mit tragen.” Und weiter: „Unter den Mitarbeitern geht die Angst um, die Angst, bald selbst zu den Armen zu gehören, denen sie bisher gedient haben”, forderte er Verständnis.

„Kürzungshäppchen”

Schweigend zogen die 500 Menschen, einige hatten ihre Kinder mitgebracht, mit kleinen geschulterten Holzkreuzen zu fünf verschiedenen Stationen in der Aachener Innenstadt. Dort beteten sie Fürbitten und sangen Lieder.

Am frühen Morgen hatten die Diözesanverbänderäte vor dem Generalvikariat auf dem Aachener Klosterplatz bereits zum Frühstück mit „Streichungsschnittchen” und „Kürzungshäppchen” geladen und unter anderem mit Bischof Mussinghoff diskutiert.