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Kronberg: Promis und Kinder für Unicef

Kronberg : Promis und Kinder für Unicef

Die Gala: Mit hochkarätiger Gästeschar und Kultur pur. Das Festival: Mit 10.000 Besuchern und rund 30 Olympiasiegern und Weltmeistern. Beide Highlights gestaltete die deutsche Dressurreiterin und dreifache Olympiasigerin Ann-Kathrin Linsenhoff zu einer in Deutschland wohl unvergleichbaren Benefiz-Veranstaltung.

Zugunsten ihrer Unicef-Stiftung hatte die 44-jährige Industriellen-Tochter gemeinsam mit ihrem zukünftigen Ehemann Klaus-Martin Rath auf ihr Schafhof-Gestüt in Kronberg/Taunus geladen - und sie kamen alle: Ministerpäsident Roland Koch, die Unicef-Botschafter Sabine Christiansen, Joachim Fuchsberger, Nina Ruge, Steffen Seibert, der 22-jährige chinesischen „Wunderpianist” Ling Ling bis zu Wirtschaftsgrößen wie UBS-Vrostandschef Jürg Zeltner, Anna Marie Steigenberger, Anna Sixt oder Sportlegenden wie Rudi Altig, Marika Kilius, Michael Groß.

Glimmer-Party

Doch wer eine reine Glimmer- Party in der zum Konzertsaal verwandelten Reithalle und im Festzelt des Sterne-Restaurants Nassauer Hof erwartet hatte, sah sich getäuscht: Die Auftritte unter anderen der Bremer Kammerphilharmonie oder der Leonard-Bernstein-Entdeckung Cheryl Studer (Sopran) gerieten lediglich zum Rahmen einer Mission, der sich Linsenhoff verschrieben hat: „Mein Ziel ist es, einen Teil des Glücks, das ich erfahren durfte, an Kinder weiterzugeben, die sonst keine Chance haben”. So fließen auch sämtliche Siegesprämien ihrer Pferde Renoir-Unicef oder Wahajama-Unicef dem Kinderhilfswerk zu.

Während der Premieren-Erlös des Schafhof-Festivals im vergangenen Jahr (278.000 Euro) eine Wasseraufbereitungsanlage bei Basra finanzierte, galt diesmal der Spendenzweck einem Projekt für Straßenmädchen in Kairo. „Kinder, die nicht geliebt werden, werden als Erwachsene nicht lieben können”, schlug Schirmherr Helmut Reitze, Intendant des Hessischen Rundfunks, den Bogen zu einer friedlicheren Welt, den der zweite Schirmherr Roland Koch fortführte: „Wenn wir Kindern keine Perspektive geben, werden wir den Kampf gegen Terrorismus nicht gewinnen.”

„Es gibt kein feindliches Kind”

Sabine Christiansen machte mit Blick auf Beslan deutlich: „Es gibt kein feindliches Kind. Dieser Terroranschlag zeigte eine neue Dimension der Gewalt.” Linsenhoffs Motto „Warte nicht auf den Wind, sondern nimm das Ruder selbst in die Hand” zog sich wie ein roter Faden durch das dreitägige Festival.

Ob Kabarretist Thomas Freitag, Kinderliedermacher Rolf Zuckowski, Musical-Star Anna Maria Kaufmann u.v.a. oder die anwesenden Spitzensportler: Sie alle gaben dem Event themenbezogene Unicef-Akzente, verkauften 2000 Tombola-Lose à 25 Euro oder fanden den Kontakt zu tausenden Kindern in Spiel und Training.

Eislauf-Stars wie Kati Winkler und René Lohse wirbelten mit den Jungen und Mädchen über eine eigens präparierte Eisfläche, Dressur-Olympiasieger wie Nadine Capellmann, Klaus Husenbeth oder Heike Kemmer erteilten Unterricht, Fußball-Weltmeisterin Renate Lingo und Charly Körbels Fußballschule von Eintracht Frankfurt traten ebenso in Szene wie die Basketballer der Opel Skyliners.

Champions wie Susi Erdmann (Rodeln), Matthias Behr (Fechten), Sabine Braun (Siebenkampf Leichtathletik), Roland Matthes (Schwimmen), Eberhard ginger (Turnen), Christa Kinshofer (Ski) oder Rolf Milser (Gewichtheben) erlebten neidlos, wie Deutschlands Vielseitigkeitsspringerin Bettina Hoy Standing Ovations erhielt: „Sie ist die wahre Olympiasigerin von Athen”, rief ZDF-Moderatorin Barbara Hahlweg aus. Dem hatte Frankfurts OB Petra Roth mit Blick auf Zweck und Inszenierung des Festivals nur eines hinzuzufügen: „Sie, Frau Linsenhoff, sind ein Vorbild für unsere Gesellschaft”.