1. Kultur

Aachen: Professor Klaus H. Hörning verabschiedet

Aachen : Professor Klaus H. Hörning verabschiedet

Welche Bedeutung Technik in unserem Alltag hat, wie sich Mensch und Technik miteinander verändern - und was Ingenieure daraus lernen können: Solchen Fragen hat Klaus H. Hörning (65) einen wesentlichen Teil seines fast 25-jährigen Schaffens am Institut für Soziologie der RWTH gewidmet.

Zur festlichen Verabschiedung des Professors in den Ruhestand ließ sich am Mittwoch gleichwohl kein Ingenieur blicken, wie ein Festredner unwidersprochen feststellen konnte.

Besonderes Lob

Kollege Kurt Hammerich würdigte das „breite Oeuvre Hörnings, der immer offen für neue Frage-stellungen war”. Und Christian Stetter, Dekan der Philosophischen Fakultät, zitierte ein besonderes Lob für den umgänglichen Gesellschaftswissenschaftler, das ihm die Studenten der Fakultät einmal schriftlich gegeben hatten: „Er ist fast jederzeit ansprechbar und seine Forschung und Lehre können als überdurchschnittlich bewertet werden.”

Hörning hatte in seinem Geburtsort Heidelberg, sowie in Mannheim und München studiert und nach seiner Promotion 1966 („Zur Soziologie des Verbraucherverhaltens”) an gleich mehreren amerikanischen Hochschulen gearbeitet, die als „Elite-Unis” derzeit in aller Munde sind: Harvard, Stanford, und Columbia/New York.

„Experten des Alltags”

1979 nahm Hörning den Ruf an die RWTH an. Bekannt wurden vor allem die von ihm geleiteten Studien zur Flexibilisierung der Arbeitszeit; sein Buch „Zeitpioniere” erlebte bereits drei Auflagen. Vor drei Jahren sammelte Hörning seine Arbeiten zum selbstbewussten und kritischen Umgang des Laien mit Technologien aller Art in dem Band „Experten des Alltags”.

All zu sehr hängt Hörning nun nicht mehr an Aachen und seiner Soziologie. Er ist bereits umgezogen nach Berlin und will sich dem Thema Landschaft widmen. Die Nachfolge am Lehrstuhl ist noch nicht abschließend geklärt.