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Düsseldorf/Essen: Pro Bahn: Streik hat durchaus gute Seiten

Düsseldorf/Essen : Pro Bahn: Streik hat durchaus gute Seiten

Der Lokführerstreik hat für Pendler in Nordrhein-Westfalen nach Ansicht des Fahrgastverbands Pro Bahn durchaus gute Seiten. „An Tagen mit Bahnstreik kommt man oft viel besser an sein Ziel, weil die Bahn großzügig Fernverkehrszüge für Regionalzug-Fahrer freigibt.”

Dies sagte am Donnerstag der Sprecher des NRW-Landesverbandes von Pro Bahn, Lothar Ebbers, der Deutschen Presse-Agentur dpa in Düsseldorf. Nach Ansicht des Verbandes würde es sich gerade im Großstadt-Bundesland NRW lohnen, wenn die Bahn öfter die strikte Trennung von Fern- und Nahverkehr aufheben würde. „Dann würden halbleere Züge besser ausgelastet und Straßen entlastet.”

Ebbers erläuterte, dass insbesondere auf den NRW-Hauptstrecken der Bahn wie Bonn-Köln-Düsseldorf oder Duisburg-Essen-Dortmund bis zu vier Fernzüge pro Stunde verkehren, aber nur zwei Regionalexpresse. „Gerade da gibt es also ungenutzte Kapazitäten, die man ohne große Investitionen nutzen könnte.”

Ebbers glaubt, dass viele Pendler mit einem Monatsticket der regionalen Verkehrsverbünde sogar bereit wären, kleine Aufpreise zu bezahlen, wenn sie mal einen ICE-Zug benutzen. Früher habe es das mal gegeben, als man für 1,50 Euro Interregio-Züge nutzen durfte.

Doch seit diese Art von Zug vor ein paar Jahren abgeschafft wurde, sei die „strikte Trennung” bei der Bahn von ICE/IC und Nahverkehr immer weiter ausgebaut worden. „Das ist so, als gäbe es auf jeder Autobahn eine "Elite-Spur", die nur ganz wenige benutzen dürfen.”