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Stolberg: Pracht des Pferdes: Bilder von Marli Hommel auf der Euriade

Stolberg : Pracht des Pferdes: Bilder von Marli Hommel auf der Euriade

Manchmal mühen sich die Initiatoren der Euriade schon arg, einen treffenden Zusammenhang zwischen den einzelnen Stationen und Ereignissen, Ausstellungen und sonstigen Aktivitäten des Festivals herzustellen. Zu eigenständig sind die ausgewählten Künstler in ihrer Darbietung, zu singulär klingt das angebotene künstlerische Werk im Konzert des Ganzen.

Das soll bei weitem kein Qualitätsmaßstab sein. Es beschreibt eher die Schwierigkeiten, die zwischen Anspruch und Umsetzung auftreten können.

Deutlich zu spüren ist das jetzt bei der im Museum Zinkhütter Hof in Stolberg eröffneten Ausstellung von Marli Hommel. Werner Janssen, Intendant der Euriade, holte in seiner Eröffnungsrede weit aus.

Ohne Anzeichen über Raum, Ort und Zeit

Er begann mit einem Hinweis auf Benno Werths Ausstellung im Industrion (bis 24.11.), versuchte den Brückenschlag zur Präsentation von Angela Kühnen und Marianne Hilgers in De Kopermolen in Vaals (bis 2.12.), bevor er endlich auf die Arbeiten der 1957 geborenen, in Cadier en Keer bei Maastricht lebenden Künstlerin Marli Hommel kam.

Dabei hätte ein einziger Satz über die Eigenständigkeit der Motivik genügt, den Bildern die ihnen gebührende Referenz zu erweisen.

Marli Hommels Thema ist das Pferd. Weit entfernt von den repräsentativen Bildern, wie man sie in Gestüten und Zuchten vermutet. Ohne jenes Pathos der Darstellung, das immer auch ein Stück Pathos des Besitzers ist und dem weltlichen Adel den Pferdeadel gleich stellt.

Auf der weißen Grundierung, ohne Anzeichen über Raum, Ort und Zeit, konzentriert die Künstlerin alles Wesentliche. Kraft und Leistung, Ausdauer und Eleganz, Sport und Gefahr. Ihre Bilder sind dichte, energetisch aufgeladene Farbbündel.

Man sieht den Staub der Stierkampfarena in den heftigen Szenen, wo ein bulliger, schwarzer Stier neben Pferd und Reiter auftaucht; man riecht die Gefahr der Situation, Blut und Schweiß, die diesen Sport für manchen unerträglich, für andere zum Ausdruck des Existentiellen werden lässt.

Bewegung ist alles in diesen Bildern. Unwillkürlich fegen Pinselzüge über das Motiv. Alles flimmert, vibriert. Pferd und Mensch sind eins, untrennbar miteinander verwachsen.

Aus anderen Bildern wiederum spricht förmlich so etwas wie Liebe und Zuneigung, mit der wohl auch die passionierte Reiterin Hommel dem Pferd begegnet, von Beziehungen, die zutiefst menschlich sind. Kraft und Schönheit der Tiere finden in diesen Bildern tatsächlich einen ansehenswerten Ausdruck.

Am Eröffnungsabend fand, wie es Tradition für die Euriade ist, noch ein Konzert statt. Das Ensemble van Beethoven, Leitung Wolfram Lehnert, Marjorie Ginczinger (Sopran) und Erik Frithjof (Bass-Bariton) führten in einer „musikalischen Reise durch die Romantik”.

Im Mittelpunkt stand die Deutsche Oper (Mozart, Beethoven, Lortzing, Wagner und Weber) von der Klassik bis zur Romantik. Am 23. November folgt ein weiterer Auftritt im PLT Kerkrade, Theaterpassage, Beginn 20.00 Uhr.