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Düsseldorf: Porzellan-Damen räkeln sich um Blüten

Düsseldorf : Porzellan-Damen räkeln sich um Blüten

Die Schale aus Steingut hat die Form eines zweigeteilten Blatts. So schlicht sie auch wirkt, ihr Henkel ist ein echter Hingucker.

Wonnig dem Griff entgegen, wölbt sich eine Meerjungfrau mit schlanker Taille und kleinen, runden Brüsten. Da, wo der schimmernde Alabastar-Leib endet, verschmilzt die Schöne mit einer blauen Wasserwelle, die ihre Gischt fächerförmig über den Rand der Schale ergießt.

Mehr als 160 so exquisite Stücke wie dieses, das von Joseph und Pierre Mougin (Nancy) im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts gefertigt wurde, zeigt das Düsseldorfer Hetjens-Museum derzeit in einer Sonderausstellung.

„Japan und Jugendstil” heißt die Schau, die auf reizvolle Gegensätze zwischen Zen-Buddhismus und Jugendstil hinweist. Alle Stücke entstammen dem Vermächtnis des international renommierten Architekten Helmut Hentrich (1905-2001), der sich nicht nur als Begründer des Glasmuseums Hentrich in Düsseldorf einen Namen machte, sondern auch als Sammler, Mäzen und Mentor des Hetjens-Museum.