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Nordeifel/Kerkrade: Pius-Bruderschaft sieht sich nicht als exkommuniziert an

Nordeifel/Kerkrade : Pius-Bruderschaft sieht sich nicht als exkommuniziert an

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. hat sich gegen Presseberichte gewandt, in denen die Vereinigung als „exkommuniziert” bezeichnet wird.

Der im deutsch-niederländischen Grenzgebiet bei Aachen tätige Traditionalisten-Seelsorger Pater Andreas Mählmann teilte am Mittwoch mit, die von Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991) gegründete Priesterbruderschaft betrachte sich selbst nach wie vor als Teil der katholischen Kirche.

Das 1988 vom Vatikan verhängte Exkommunikationsdekret habe lediglich Erzbischof Lefebvre und die von ihm geweihten Bischöfe betroffen.

Diese hätten es jedoch nie anerkannt, da sie es als ungerecht und damit ungültig betrachteten. Lefebvre habe zu keiner Zeit die Absicht gehabt, sich vom Papst und der Kirche zu trennen, ihm sei es allein um das Wohl der Kirche und das Seelenheil gegangen.

Am Montag hatten niederländische und deutsche Medien berichtet, dass der Bischof von Roermond, Franz Wiertz, vor der Teilnahme an Messen der Priesterbruderschaft in einer ehemaligen Franziskanerkirche in Kerkrade gewarnt habe. Diese Kirche hatte die Piusbruderschaft unlängst erworben und angekündigt, dort Messen nach dem alten Ritus feiern zu wollen.

Ein Roermonder Bistumssprecher hatte daraufhin an die Exkommunikationsdekrete gegen Lefebvre erinnert und erklärt, die Piusbruderschaft gehöre nicht zur römisch-katholischen Kirche.

Zuvor hatte bereits das Bistum Aachen den Erwerb der neugotischen Kirche durch die Bruderschaft bedauert und traditionalistisch gesinnte Gläubige daran erinnert, dass es im Bistum Aachen andere Kirchen gebe, in denen tridentinische Messen gemäß den päpstlichen Vorgaben gefeiert werden.