Aachen: Pianist Matthias Rein präsentiert seine neue CD

Aachen : Pianist Matthias Rein präsentiert seine neue CD

Die Vorliebe des Aachener Pianisten Matthias Rein für die Klaviermusik Spaniens mag auf den ersten Blick verwundern. Doch immerhin hat Rein zwei Jahre in Madrid studiert und die wichtigsten Komponisten des Landes haben Werke hinterlassen, mit denen es sich zu beschäftigen lohnt. Als Musiker wie als Hörer.

Neben Manuel de Falla und Isaac Albéniz ist in diesem Kontext vor allem Enrique Granados hervorzuheben, ein Zeitgenosse Claude Debussys und selbst glänzender Pianist, der in seinem sechsteiligen Zyklus „Goyescas“ Bezug auf einen der bedeutendsten spanischen Maler, Francisco Goya, nimmt. Eine Auswahl aus dem Zyklus präsentierte Matthias Rein jetzt in der Musikhochschule, wo er auch als Dozent für Liedbegleitung und -gestaltung wirkt, im Rahmen eines Vortragskonzerts, das erfreulich viele Zuhörer in den Kammermusiksaal der Hochschule lockte.

Rein führte mit knappen und informativen Worten in die Welt des Komponisten und dessen pianistischen Hauptwerks ein und präsentierte vier Stücke aus dem Kernzyklus sowie einen nachkomponierten, für eine Opernversion des Themas vorgesehenen Beitrag. Granados bezieht sich auf Goyas Grafiksammlung der „Caprichos“, wobei er sich auf allgemeine menschliche Themen des Zyklus beschränkt und die Kriegsbilder ausblendet. Daraus konstruiert Granados eine tragisch endende Liebesgeschichte, deren Musik stark von der deutschen romantischen Musik im Fahrwasser Schumanns geprägt ist und Kolorit der spanischen Volksmusik zeigt.

Zu hören sind anspruchsvolle, sehr individuell gestaltete Charakterstücke, die wenig Einfluss von Debussy erkennen lassen und auch auf die grotesken Verzerrungen der Goyaschen Zeichnungen verzichten. Rein spürt mit viel Feingefühl die differenzierte Ausdruckspalette der Stücke auf und scheut sich nicht, die folkloristischen Farben voll auszuspielen. Das klingt im Kammermusiksaal bisweilen härter und massiver als in der jetzt veröffentlichten CD-Einspielung, die auf unserer Seite „Hörbar“ am kommenden Freitag eingehend besprochen wird. Das Publikum reagierte auf den künstlerisch hochwertigen und informativen Vortrag mit großem Beifall.

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